Bankdrücken: Dein Leitfaden für eine starke Brust

Bankdrücken ist nicht nur als König der Brustübungen bekannt, neben dem Kreuzheben und den Kniebeugen zählt es auch noch zu den bedeutendsten Grundübungen im Kraftsport. Alles, was es rund um diese Übung zu beachten gibt, erfährst du hier in unserem Leitfaden zum Thema Bankdrücken!

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Es gibt prominente Sportler, die meinen, etwas übers Bankdrücken zu schreiben sei unnötig – man müsse “einfach nur drücken und gut is’!”.
Einer dieser Sportler ist der erfolgreiche und sehr beliebte deutsche Bodybuilder Markus Rühl, den entsprechenden Videoausschnitt findet ihr im Anhang:

Nun ist es so, dass Markus Rühl mit Sicherheit recht hat:
Bankdrücken ist keine Raketenwissenschaft und wird es auch niemals sein!
Wenn man sich jedoch einmal anschaut, wie viele Sportler nicht nur mit einer an Selbstmord grenzenden Form trainieren, sondern zusätzlich – offline im gym wie online in Foren – über Schmerzen beim oder durchs Bankdrücken klagen, sollte man doch ein wenig hellhörig werden.
Für all die Leute, die gerne langfristig Spaß am Bankdrücken haben wollen, haben wir deshalb einen kleinen Guide zusammengestellt:
Welche Muskeln Bankdrücken beansprucht, wie die richtige Technik aussieht und wo das größte Verletzungspotential liegt: Das alles und mehr erfahrt ihr hier!

Überblick

Bankdrücken: Die Basics

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Als eine der drei Säulen des Kraftdreikampfes/Powerlifting zählt Bankdrücken, ebenso wie die Kniebeugen und das Kreuzheben, zu den so genannten Grundübungen im Kraftsport.
Wie die beiden anderen Übungen auch ist Bankdrücken dabei eine Mehrgelenksübung, das bedeutet, dass der Bewegungsablauf über mehrere Gelenke abläuft. In diesem Fall sind sowohl das Ellenbogen- als auch das Schultergelenk maßgeblich an der Übungsausführung beteiligt. Die Muskelgruppen, die einen Großteil der Arbeit übernehmen, sind dabei:

  • Brustmuskulatur (Pectoralis major)
  • Schultermuskulatur, genauer: vordere Schulter (Deltoideus anterior)
  • Armmuskulatur, genauer: Trizeps (Triceps brachii)

Bevor wir uns um die eigentliche Übungsausführung kümmern, ist jedoch ordentliches Aufwärmen angesagt!

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Bankdrücken: So wärmst du dich sinnvoll auf

Um nicht schon von vornherein ins offene Messer zu laufen, sollte ein ordentliches Aufwärmprogramm zur selbstverständlichen Routine rund ums Bankdrücken gehören. Ein entsprechendes Warm Up umfasst dabei sowohl ein allgemeines wie auch Bankdrücken-spezifisches Aufwärmen der Muskulatur.
Ziel des Aufwärmens ist es, das Herz-Kreislaufsystem in Schwung zu bringen und damit die Durchblutung der Muskulatur anzuregen.

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Sportler konzentriert sich vor dem Bankdrücken

Zur allgemeinen Vorbereitung des Körpers aufs Krafttraining empfiehlt sich zuerst eine kurze Einheit auf dem Cardiogerät. 10-15 Minuten auf dem Laufband oder Stepper genügen hierbei, um sich selbst und die Muskeln “wachzurütteln”.
Das Bankdrücken-spezifische Aufwärmen gestaltet sich dagegen schon trickreicher. Um sich optimal vorzubereiten, sollten sowohl die tiefliegenden, stabilisierenden Muskeln der so genannten Rotatorenmanschette als auch die großen Oberflächenmuskeln aufgewärmt werden. Da die erwähnte Rotatorenmanschette eine Gruppe von vier verschiedenen Schultergelenksmuskeln darstellt, ist es wichtig, ihren besonderen Aufbau beim Aufwärmen zu berücksichtigen.

Ein einfaches Schema für Bankdrücken-spezifisches Aufwärmen, das den Aufbau des Schultergelenks berücksichtigt, sieht dabei wie folgt aus:

  • Schritt 1: Innenrotation am Kabel. 1 Satz mit leichtem Gewicht (15 Wiederholungen+)
  • Schritt 2: Außenrotation am Kabel. 1 Satz mit leichtem Gewicht (15 Wiederholungen+)
  • Schritt 3: Bankdrücken mit der Langhantel ohne Zusatzgewichte (10 Wiederholungen+)
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  • Schritt 4: Bankdrücken mit der Langhantel mit Zusatzgewichten
    • 50% des Maximalgewichts (6-8 Wiederholungen)

    • 70% des Maximalgewichts (4-5 Wiederholungen)

    • 80% des Maximalgewichts (2-3 Wiederholungen)

Das Aufwärmen ist beendet, nun folgt der nächste Schritt: Das eigentliche Training. Um flüssig und mit möglichst sauberer Technik in den Arbeitssatz zu starten, macht es hierbei Sinn, bereits während des Aufwärmens auf das richtige Bewegungsmuster zu achten und damit einen technisch sauberen Bewegungsablauf “einzuschleifen”.
Doch worauf sollte man bei der Technik im Bankdrücken achten?

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Bankdrücken: Die richtige Technik

Die korrekte Technik beim Bankdrücken setzt sich, in chronologischer Reihenfolge, aus insgesamt 5 Faktoren zusammen: Oberkörperspannung, Fußstellung, Griffweite & Handhaltung, Atmung und Beugetiefe & Beugewinkel.

Sportler bei der Vorbereitung aufs Bankdrücken

Im Folgenden schauen wir uns die einzelnen Punkte näher an.

Oberkörperspannung

Alles beginnt beim Bankdrücken mit der richtigen Grundhaltung:
Ihr hängt nicht wie ein Schluck Wasser in der Kurve auf der Bank, sondern baut ausreichend Spannung im Schultergürtel auf, um euch für die Übung bestmöglich zu stabilisieren.
Um für genügend Rumpfstabilität zu sorgen, solltet ihr daher die Schulterblätter zurückziehen, nachdem ihr euch auf die Bank gelegt habt. Macht einmal den Test: Egal, ob ihr gerade sitzt, liegt oder steht – zieht einmal die Schultern zurück und fühlt, wie sich eure Rückenmuskulatur anspannt. Diesen Effekt nutzen wir als Fundament beim Bankdrücken!

Fußstellung

Beim Bankdrücken gehören die Füße auf den Boden – Punkt. Leider viel zu oft kann man Leute im Studio beobachten, die die Beine (am besten überkreuzt!) in der Luft zusammenhalten. Wer unbedingt einmal seine Unfallversicherung im Einsatz sehen möchte, dem sei das gestattet, der Rest von euch sollte von dieser Praktik jedoch dringlichst Abstand nehmen: Was nützt euch Oberkörperstabilität, wenn euer Unterkörper wackelig wie ein Kartenhaus ist?
Sorgt für einen festen Stand, indem ihr eure Füße flach im 90°-Winkel auf dem Boden platziert. Ihr werdet höchstwahrscheinlich bemerken, wie sich euer unterer Rücken dadurch leicht krümmt. Dieses Phänomen wird im Kraftsport Brücke genannt und dient euch als weiterer Stabilitätsfaktor im Oberkörper, der absolut in Ordnung und erwünscht ist!

Griffweite & Handhaltung

In Abhängigkeit zur Griffweite verändert sich das Kräfteverhältnis zwischen Brust- und Armmuskulatur – wie bei einer Wippe: Bankdrücken mit engem Griff verlagert die Hauptbelastung auf den Trizeps, Bankdrücken mit weitem Griff auf die Brustmuskulatur. Je nach Trainingsziel kann die Griffweite also frei gewählt werden. Theoretisch.
Berücksichtigt man bei der Wahl der Griffweite zusätzlich das Schulter- und Handgelenk, so wird die Wahl dadurch stark eingeschränkt: Je weiter der Griff beim Bankdrücken gewählt wird, umso mehr beginnt das Handgelenk, seitlich einzuknicken und das Schultergelenk gerät durch starkes Abspreizen des Armes verstärkt unter Druck (wie genau, das sehen wir später).
Ein guter Mittelweg bezüglich der Griffweite beim Bankdrücken ist somit, die Langhantel etwa eine Handbreite weiter als schulterbreit zu fassen.

Bezüglich der richtigen Griffhaltung gibt es eine weitere Möglichkeit, sich unnötigerweise auf die Intensivstation zu befördern: den so genannten suicide grip, der seinen Namen nicht ganz zu unrecht trägt. Bei dieser Griffart wird der Daumen nicht zur Absicherung der Stange benutzt, sondern einfach neben dem Zeigefinger platziert. Die Stange rutscht euch aus der schweißnassen Handinnenfläche? Pech gehabt. Aber nicht nur auf Grund des enormen Unfallrisikos ist der suicide grip absolut nicht zu empfehlen – durch ihn ist es zudem anatomisch unmöglich, das Handgelenk beim Drücken gerade zu halten!
Am sinnvollsten gestaltet es sich deshalb, die Langhantel beim Bankdrücken mit geradem Handgelenk fest zu umgriffen.

Atmung

Die richtige Atmung sorgt dafür, dass ihr beim Bankdrücken wirklich eure maximale Kraft mobilisieren könnt und nicht wie ein labbriger Luftballon unter der Stange hängen bleibt.
Ähnlich wie bei den Kniebeugen, einer weiteren Druckbewegung, wird auch beim Bankdrücken während der Abwärtsbewegung tief eingeatmet. Ist die Stange am untersten Punkt angekommen, beginnt mit der Aufwärtsbewegung das Ausatmen.
Das Ausatmen ist an dieser Stelle wichtig, um nicht unnötigerweise einen potentiell gefäßschädigenden hohen Blutdruck zu risikieren.

Sportler mit falscher Atmung beim Bankdrücken

Beugetiefe & Beugewinkel

Beim Bankdrücken wird die Stange in der Abwärtsbewegung soweit abgesenkt, bis die Langhantel eure Brust etwa auf Höhe des unteren Teils eurer Brustmuskeln berührt.
Wichtig zu beachten sind dabei insbesondere drei Punkte:
Zum ersten wird die Langhantel nicht auf der Brust abgelegt – es ist wichtig, dass ihr die Spannung in den Oberarmen haltet, und dies gewährleistet ihr am ehesten, indem der Kontakt zwischen Stange und Brust nur kurz und minimal ist.
Weiterhin solltet ihr die Ellenbogen nicht vom Körper abspreizen, da ihr dadurch nur den Platz in eurem Schultergelenk während der Übung ünnötig einengt und orthopädische Beschwerdebilder wie ein Impingement-Syndrom (Erklärung folgt) provoziert.

Zuletzt ist es wichtig, die Arme in aufrechter Position mit gerader Handgelenkstellung zu belassen und am höchsten Punkt nicht komplett durchzustrecken. Das Durchstrecken der Arme wird beim Bankdrücken oft empfohlen, um sich nicht zu sehr zu ermüden und für ein wenig Erholung zwischen den Wiederholungen zu sorgen. Diese Herangehensweise ignoriert allerdings folgendes Problem: Ähnlich wie bei den Kniebeugen, bei denen man die Beine ebenfalls nicht ganz durchdrücken sollte, stehen bei vollem Lock-Out Knochen auf Knochen. In dieser Situation kann die Muskulatur an Spannung verlieren, was jedoch dazu führt, dass eure Gelenke massiv unter Druck gesetzt werden und auch die Gefahr eines Bruchs stark ansteigt, weil die stabilisierende Wirkung der Muskulatur schlagartig entfällt.
Wer das für Käse hält, dem empfehlen wir auf YouTube das Video anzusehen, das eine Frau zeigt, deren Beine in der Beinpresse brechen, als sie diese überstreckt.
Wobei – schaut es euch lieber nicht an. Die Vorstellung sollte reichen…

Technik-Fazit

Ob ihr euch auf der Flachbank oder Schrägbank befindet: Die richtige Technik beim Bankdrücken findet ihr basierend auf unseren Ausführungen in der folgenden Schritt für Schritt-Anleitung:

  • Auf die Bank legen
  • Schulterblätter zurückziehen für maximale Oberkörperspannung
  • Füße flach im 90°-Winkel auf dem Boden platzieren, leichte Brücke bilden
  • Eine Handbreite weiter als schulterbreit die Stange fest mit allen Fingern umgreifen
  • Die Stange mit geraden Handgelenken aus der Ablage heben
  • Die Arme an der höchsten Position minimal angewinkelt lassen
  • Langhantel langsam absenken und dabei tief einatmen, Ellenbogen nicht abspreizen
  • Nach minimalem Brustkontakt die Stange hochdrücken und dabei ausatmen
  • Den Lock-Out bei der höchsten Position vermeiden und die nächste Wiederholung beginnen

Anfänger sollten das Ganze mit Hilfe eines Spotters langsam mit leichten Gewichten einüben, bevor es ans Eingemachte geht.
Ein Video, das die meisten dieser Punkte schön verbildlicht, findet ihr hier:


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Bankdrücken: Geführt an der Maschine oder frei?

Abseits zum klassischen, freien Bankdrücken auf der Flachbank gibt es in vielen Studios die Möglichkeit, Bankdrücken an einer Maschine durchzuführen.
Die Arbeit am Gerät bietet dabei ein paar Vorteile: Beim Training am Gerät könnt ihr euch maximal aufs Drücken konzentrieren – da die Übung geführt abläuft, müsst ihr weniger auf die Koordination achten. Ebenso gibt es beim Bankdrücken an der Maschine oftmals die Möglichkeit, das Gewicht auf verschiedenen kleinen Stufen einzuharken, falls man sich einmal überschätzt hat.

Die Nachteile des geführten Bankdrückens überwiegen allerdings meist die Vorteile: Dadurch, dass die Bewegung geführt abläuft, müsst ihr euch dem Gerät anpassen und nicht andersrum. Eurer Biomechanik zum Trotz wird euch ein fester Bewegungsweg diktiert, der keine Flexibilität zulässt.
Weiterhin wird die Stütz- und Stabilitätsmuskulatur weniger belastet, weshalb sie sich nicht im gleichen Maße wie beim freien Bankdrücken mitentwickelt.
Zu guter Letzt gestaltet sich oftmals das Herausheben der Stange als Problem: Dadurch, dass die Langhantel in der Aufhängung eingeharkt ist, müsst ihr die vollbeladene Stange zunächst anheben und das Handgelenk drehen, um mit der Übung anfangen zu können. Die Steifigkeit im Handgelenk, die eine Grundvoraussetzung für verletzungsfreies Bankdrücken ist und sogar oftmals mit Hilfe von Handgelenksbandagen gewährleistet wird, bleibt bei dieser Herangehensweise gänzlich auf der Strecke.

Fazit: Im Regelfall ist freies Bankdrücken dem Training am Gerät vorzuziehen

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Bankdrücken: Die typischen Verletzungen

Beim Bankdrücken sind oftmals das stark beanspruchte Schulter- und Ellenbogengelenk die Schwachstellen, die für Probleme und Schmerzen sorgen.
Im Bereich der Schulter treten dabei besonders häufig das so genannte Impingement-Syndrom sowie (An-)Risse der Rotatorenmanschette auf.

Diese Beschwerdebilder gehen Hand in Hand: Unter einem Impingement-Syndrom leiden viele Menschen, die regelmäßig Bewegungen überkopf ausführen – sei es beruflich bei der Arbeit oder privat in der Freizeit wie z.B. beim Sport. Bei dieser Art von Bewegung verkleinert sich der freie Raum im ohnehin engen Schultergelenk, so dass es vermehrt zu Quetschungen und Reibung und damit kleinen Verletzungen der beanspruchten Sehne unter dem Schulterdach kommt. Da unser Körper auf entsprechende Verletzungen in erster Linie mit einer bestimmten Reaktion antwortet, nämlich der Entzündung, kommt es in diesem Zusammenhang häufig zu schmerzhaften Entzündungen im Schultergelenk.
Kommt es durch eine unglückliche Bewegung schlagartig zu starker Quetschung, findet die verstärkte Reibung regelmäßig über einen längeren Zeitraum statt oder ist man genetisch durch den anatomischen Aufbau seines Schultergelenks vorbelastet, kommt es im worst case-Szenario zum (An-)Riss der Rotatotenmanschette, der in vielen Fällen das Ticket für eine Schulter-Operation mit wochenlanger Trainingspause und Nachbehandlung löst.

Im Bereich des Ellenbogens sind es ebenfalls die Sehnen, die oftmals für Probleme sorgen: Durch eine Überlastung der Trizepssehne (triceps tendinitis) oder der Hand streckenden und beugenden Ellenbogensmuskeln kann es auch im Bereich des Ellenbogens zu Entzündungsreaktionen des Körpers kommen (Tennis- oder Golferellenbogen), die schmerzhaft sind und mitunter für wochenlange Trainingspausen verantwortlich sein können.

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Verletzungen beim Bankdrücken vorbeugen

So schmerzhaft und langwierig Schulter- und Ellenbogenschmerzen durchs Bankdrücken auch sein mögen, so einfach sind sie glücklicherweise im Regelfall zu vermeiden:
Den ersten Problemherd, durch zu viel Quetschung und Reibung im Schulterdachbereich ein Impingement-Syndrom mit einhergehenden Schulterschmerzen zu entwickeln, lässt sich vermeiden, indem ein zu starkes Abspreizen des Arms vermieden wird. Auf diese Weise kommt es zu keiner unnötig starken Reibung unterhalb des Schulterdachs, wodurch kein Nährboden für Entzündungen entsteht.
Wer bereits frühzeitig Verschleißerscheinungen dieser Art vermeidet, wird im gleichen Atemzug lange Spaß an einer gesunden Rotatorenmanschette haben.

Der zweite Problemherd, die Überlastung der Trizepssehne und Unterarmmuskeln, die zu schmerzhaften Beschwerden im Bereich des Ellenbogens führen, lässt sich neben einem Fokus auf die richtige Technik zusätzlich durch ein denkbar einfaches Mittel auslöschen: ausreichend Ruhe.
Überlastungsproblematiken entstehen, wenn wir uns überfordern – sei es durch übermäßig hohes Gewicht oder übermäßig häufiges Training. Wer sein Trainingsgewicht so wählt, dass er sauber arbeiten kann und seinem Körper ausreichend Zeit zur Regeneration gönnt, wird auch diese Klippe gekonnt umschiffen können. It’s that simple!

Und sollte es euch dennoch, trotz aller Vorsichtsmaßnahmen, einmal erwischen, ist der Haus- oder orthopädische Facharzt euer Ansprechpartner. Ihm stehen, um eure Probleme an der Wurzel zu bekämpfen, neben der Verordnung von Physiotherapie verschiedene Mittel von Salben über Tabletten bis hin zu Spritzen zur Verfügung, deren Wirkungsweise stets dieselbe ist: Entzündungshemmung.

Fazit: Bankdrücken ist weder schädlich noch ungesund, solange Fehler in der Technik vermieden werden und auf ausreichend Regenerationszeit geachtet wird

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So steigerst du dich beim Bankdrücken

Die Technik sitzt, die Problemfelder sind klar – nun geht es ans Eingemachte: Den eigentlichen Muskelaufbau! Aber wie steigert man sich am besten beim Bankdrücken?
Für eine ideale Trainingsplanung ist es wichtig zu wissen, wie belastbar man überhaupt ist. Wer sich beim Bankdrücken verbessern möchte, der sollte folglich erst einmal seine maximale Leistungsfähigkeit (sprich: Maximalkraft) herausfinden und dabei der Frage folgen:

“Welches Gewicht kann ich – bei absolut sauberer Technik – maximal bewegen?

Für einen solchen Maximalkrafttest solltet ihr euch vorher unbedingt gut aufwärmen, das Schema dazu findet ihr oben.
Des Weiteren sollte euch ein Spotter, dem ihr absolut vertraut, unterstützen – schließlich werdet ihr eure Leistungsgrenze erforschen, von der ihr noch nicht genau wisst, wo sie überhaupt liegt. Ihr braucht also jemanden, der euer Risiko absichert.

Sportler mit Spotter beim Bankdrücken

Sobald ihr euer One-Repetition-Maximum (1RM) kennt – also das Gewicht, welches ihr bei technisch sauberer Ausführung genau einmal bewegen könnt – könnt ihr anfangen zu planen:
Da sowohl die Brustmuskulatur als auch insbesondere die Trizepsmuskulatur in Hinblick auf ihr Muskelfaserprofil tendenziell mehr schnell als langsam ermüdende Muskelfasern besitzen, macht es Sinn, Bankdrücken eher kurz und schwer als ausdauernd und leicht durchzuführen (weitere Infos zum Thema hier).
Wer sich am hochintensiven Ein-Satz-Training (HIT) orientiert, der kann zum Beispiel einen Satz Bankdrücken mit 5-8 Wiederholungen absolvieren und mit Hilfe von Intensitätstechniken oder einem Spotter bis zum Versagen der Muskulatur gehen.

Ein weiteres Beispiel ist die so genannte Post Activation Potentiation, die wir bereits in unserem ersten Artikel zum Thema Bankdrücken kennengelernt haben.
Das Prinzip ist denkbar simpel: Ist euer Trainingsgewicht z.B. 80kg, so absolviert ihr nach eurem Aufwärmprogramm 1 Wiederholung mit 85kg. Anschließend startet ihr ins eigentliche Training. Euer Körper “erwartet” eine höhere Belastung und so fällt es euch gefühlt leichter, mit eurem eigentlichen Trainingsgewicht zu arbeiten.

Zu guter Letzt bieten sich verschiedene Ansätze der Trainingsplanung sowie einige Hilfsmittel an, um die eigene Leistung im Bankdrücken zu steigern.
Im Bereich der Trainingsplanung ermöglicht euch das so genannte Cluster-Training, eure Trainingseinheit in viele kleine Teileinheiten zu zerlegen und so in der Summe intensiver zu trainieren. Ein Beispiel:
Statt 2 Sätzen á 6 Wiederholungen macht ihr 4 Sätze á 3 Wiederholungen, auf Grund der dadurch entstehenden größeren Regenerationszeit sind am Ende des Trainings mit dem Cluster-Schema in der Summe meist sogar mehr als 12 Wiederholungen möglich!
Als Hilfsmittel eignen sich Ketten, die der ein oder andere vielleicht schon aus dem Eigengewichtstraining mit Klimmzügen und Dips kennt. Die Ketten (meist 20kg schwer) werden dabei jeweils an einer Seite der Langhantel befestigt und hängen von der Stange in der Luft. Während der Abwärtsbewegung berühren die Ketten nun zunehmend den Boden, so dass das Gewicht der Stange immer leichter wird, je mehr sie sich dem Körper nähert (wo es am schwersten fällt, viel Kraft aufzuwenden) – das volle Gewicht kommt erst wieder langsam zunehmend während der Aufwärtsphase zum tragen. Das eigentliche Trainingsgewicht von 80kg wiegt am untersten Punkt der Bewegung also vielleicht nur noch 70kg und steigert sich automatisch wieder, je höher ihr die Hantel drückt.

Abschließend sei gesagt, dass die genaue Zahl, wie viel Gewicht ihr auf der Bank drückt, vollkommen irrelevant ist: Es kommt nur darauf an, dass ihr stets technisch sauber trainiert und dabei an eure eigenen, individuellen Grenzen geht, mehr nicht.

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tl;dr

Wem das alles jetzt zu lang war, für den hier nochmal das Wichtigste in Kürze:

  • Sowohl allgemein als auch speziell fürs Bankdrücken aufwärmen
  • Die 5 Faktoren der richtigen Technik beachten: Oberkörperspannung, Fußstellung, Griffweite & Handhaltung, Atmung und Beugetiefe & Beugewinkel
  • Freies Training geführten Geräten vorziehen
  • Übelastungen (und damit Entzündungen) des Schulter- und Ellenbogengelenks vermeiden und vorbeugen
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  • Mit Hilfe gezielter Trainingsplanung das Maximum aus sich herausholen

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Bildquellen: U.S. Naval Forces Central Command (Flickr, CC BY 2.0), U.S. Naval Forces Central Command (Flickr, CC BY 2.0), Lance Goyke (Flickr, CC BY 2.0), U.S. Naval Forces Central Command (Flickr, CC BY 2.0), Jason Lengstorf (Flickr, CC BY 2.0)

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Comments

  1. Klasse Artikel, alles sehr ausführlich erklärt. Ich schaue immer wieder gerne auf deiner Seite vorbei.

    • admin says:

      Hi Martin,

      vielen lieben Dank, so ein Feedback motiviert ungemein :)
      Es freut mich sehr zu hören, wenn du etwas aus dem Artikel mitnehmen konntest!

      Besten Gruß
      Sebastian

  2. Joachim says:

    Ein wirklich sehr detaillierter Artikel über das Bankdrücken. Klasse Arbeit !

  3. Sjard berg says:

    Sehr toller Artikel!
    Er hat mir bei meiner Ausführung sehr geholfen.

    • admin says:

      Hi Sjard,

      vielen Dank für dein Feedback!
      Es freut mich sehr zu hören, wenn du aus dem Artikel etwas für dein Training mitnehmen konntest :)

      Sportliche Grüße
      Sebastian

  4. Pascal says:

    Dankeschön,

    Diese Art von Artikel helfen mir immer, mit Sicherheit ins Training zu gehen!

    • admin says:

      Hi Pascal,

      danke für dein Feedback und toll zu hören, dass du dich nun ein wenig besser gewappnet für dein Training fühlst!

      Sportliche Grüße
      Sebastian

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