Bikini Athletin und Fitness Model Lisa Beck im Interview

Lisa Beck konnte sich bereits bei den NRW-Meisterschaften 2015 den 3. Platz sichern, bevor sie dieses Jahr erneut antrat und als strahlende Siegerin in der Bikiniklasse hervorging! Mit dem 1. Platz in der Tasche qualifizierte sie sich automatisch für den härtesten nationalen Wettkampf der Bikini-Damen, die Deutschen Meisterschaften – und das alles, nachdem sie eine atemberaubende Transformation durchlebte!

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Begleitet uns in unserem Interview mit Lisa auf ihrem turbulenten Weg, der sie schlussendlich auf die deutschen Wettkampfbühnen führte, und lasst euch von einer Sportlerin inspirieren, die bereits sowohl echte Höhen, als auch echte Tiefen kennengelernt hat!

Lisa Beck beim Foto Shooting

Was hat dich motiviert, mit dem Krafttraining anzufangen?

Nunja, ich war früher mal ein bisschen übergewichtig. Knapp 80 Kilo auf 1,63 habe ich gewogen, fühlte mich unwohl und wollte wie viele Mädchen erstmal einfach ein bisschen abnehmen.
Am Anfang habe ich bloß „ein bisschen gesund gegessen“ (Obst/Gemüse), ohne wirklich zu wissen, was ich mache und habe viel Cardio-Training gemacht. Zunächst ging ich draußen viel laufen, schwimmen etc. (da mein Vater Triathlet ist, war das das, was ich auch „von Haus aus“ kannte).
Im Winter meldete ich mich dann in einem Fitnessstudio an, habe auch hier viel Cardio-Training gemacht, und liebte die Kursprogramme wie „XJump“ und Co., wo ich richtig das Gefühl hatte „Fett zu verbrennen“.
Irgendwann ging es aber nicht weiter und ich hatte ein Plateau, das Gewicht blieb stehen, mein Körper veränderte sich nicht mehr und ich sah „skinnyfat“ aus. Deswegen wollte ich das Ganze straffen und fing mit dem Krafttraining an. Ich begeisterte mich für die ganzen Fitnessmodels, die ich auf Instagram und Co. sah, und dachte: „Das will ich auch“. Ich selbst habe hier auch schon ein bisschen gemodelt, doch dies noch im „normalen Bereich“.
Ich bin also direkt zu den Trainern gelaufen und wollte wissbegierig Übungen gezeigt bekommen und trainierte direkt im Freihantelbereich.

Lisa Beck: Vorher-Nachher

Ernährungsmäßig wollte ich auch etwas ändern, da es ja nicht weiterging machte ich das, was man überall liest: „Low/No Carb“: Ich verzichtete einfach komplett auf Kohlenhydrate und aß so viel Eiweiß (Fleisch/Quark usw.), bis ich satt war. Doch irgendwie funktionierte das auch nicht… (Ich denke genau diesen Fehler machen auch die meisten hier draußen: Anfangs verschwinden die Wassereinlagerungen und man denkt „Juhu, ich nehme ab“ und irgendwann geht’s nicht weiter und das Prinzip bringt keinen Erfolg mehr. Kohlenhydrate sind unglaublich wichtig, wichtig ist nur zu lernen, zu welchen Zeitpunkten man sie sinnvoll einsetzt und in welcher Form man sie zu sich nimmt).
Im FitX-Freihantelbereich hat mich irgendwann ein Bodybuilder, der selbst auch auf der Bühne steht/stand angequatscht und sagte „Hey, gute Beine“; wir unterhielten uns und im Laufe des Gesprächs sagte er, ob ich das Ganze nicht mal für die Bühne machen möchte. Ich lachte und sagte: „Ach, ich doch nicht, bis ich ein Sixpack habe brauche ich vermutlich noch 10 Jahre Training“, bis er mir sagte „Blödsinn! Deine Ausgangslage ist super! Lass dich mal vernünftig beraten, hier in Münster gibt es doch auch ein Studio, dass auf Wettkampfathleten ausgelegt ist“.
Also meldete ich mich kurze Zeit später im Muscle Gym Münster an und erhielt hier auch meine ersten Ernährungspläne. Mein damaliger Coach Guido Falk baute mir plötzlich Nudeln und Reis in meinen Ernährungsplan und ich war richtig geschockt („Oh Gott, Kohlenhydrate!!!“). Ich hatte Angst, wieder zuzunehmen. Dies war der Zeitpunkt, wo ich meinen Freund kennenlernte. Julian kam in diesem Moment an den Besprechungstisch und sagte: „Ach Quatsch, mit der Kalorienbilanz doch nicht“ und nahm mir direkt meine Ängste. Mit Julian redete ich viel, er war mein erster Ansprechpartner, was Ernährung und Training angeht, da der Coach ja nicht immer zu sprechen war. Julian half mir bei der Ausführung, er gab mir Sicherheit, Kraft und Motivation, die Ernährung einfach exakt nach Plan einzuhalten.
Wir beide haben uns im Laufe der Zeit dazu entschieden, beide einen Wettkampf mitzumachen, und haben unsere erste Wettkampf-Diät gemeinsam durchgezogen – dies ist der Zeitpunkt wo alles begann.

Lisa Beck: Vom Übergewicht ins Untergewicht

Mein erster Wettkampf war leider nicht ganz so erfolgreich, meine Form war… ok, nicht die beste, aber schon gute Beine, ein leichter Bauchansatz, aber mein Posing war die reinste Katastrophe…
Nach dem ersten Wettkampf verfiel ich leider in eine kleine Magersuchtsphase. Ich erhielt keine Betreuung und keine Ernährungspläne, um in die Aufbauphase – die eigentlich nach einer solcher Zeit folgt – zu starten. Ich traute mich nicht mehr zu essen, wollte zwanghaft die Zahl auf der Waage halten und verlor nur noch an Muskulatur.
Ich brauchte eine strikte Anleitung, einen Trainer, der mir sagt, was Sache ist, also habe ich mich entschieden, im selben Jahr noch eine weitere Wettkampfvorbereitung mit Peter Klein und Margret Netack zu wagen. Da Maggie Kampfrichterin ist, weiß sie genau, worauf es ankommt. Mein Posing war deutlich verbessert, meine Form leider etwas mager, da ich ja deutlich an Muskulatur verloren hatte. Durch meine Härte, Definition & Präsentation wurde ich trotzdem Dritte bei der NRW Meisterschaft und Siebte bei der Deutschen Meisterschaft, was für mich zunächst ein großer Erfolg war!
Nach dieser Phase hat Julian es endlich geschafft, dass ich eine richtig gute Aufbauphase hinlegte. „Du musst einen Schritt zurück gehen, um einen Schritt voran zu kommen“, sagte er mir nachts im Gespräch, wo ich ihm meine Ängste berichtete, zuzunehmen. Dadurch, dass ich ja mal etwas mollig war, kannte ich den umgekehrten Schritt nicht und wollte kein Gramm mehr auf der Waage sehen.

Lisa Beck mit ihrem Freund Julian

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Nach dem Gespräch mit Julian und der Einsicht, dass die letzte Wettkampfform wirklich sehr, sehr dünn war und ich mehr Muskeln haben möchte, habe ich (endlich) über 10 Kilo zugenommen, hatte auch einen krassen „Rebound“-Effekt und habe noch zusätzlich richtig schön an Muskulatur zugelegt. „Eine Pflanze wächst nicht ohne Wasser“: Muskeln aufbauen geht einfach nur mit einem kleinen Kalorienüberschuss, das habe ich jetzt gesehen.
Zwischenzeitlich sah das ganze schon etwas „mopsig“ aus, aber immer noch weiblich und nicht „fett“. Da ich Julian so nahe bin, er die Aufbauphase mit mir auch so erfolgreich durchlaufen hat und er mich am besten kennt, meinen Stoffwechsel und Alltag kennt, habe ich mich auch dazu entschieden, mich von ihm für meinen nächsten Wettkampf vorzubereiten lassen. (Es ist immer wichtig, dass jemand anderes draufguckt, da man sich als Wettkampfathlet schnell selbst aus den Augen verliert.).
Jetzt, in der dritten Wettkampfdiät sehe ich: „Wow, da ist was dazugekommen an Muskulatur“ und trotz (oder genau wegen) einer „so viel höheren Zahl auf der Waage“ sehe ich deutlich besser aus. Julian zu vertrauen war also das Beste, was ich machen kann, und wird auch weiterhin das Beste sein, was ich machen werde!
Was mich aktuell motiviert, ist ganz einfach: die Leidenschaft zum Sport. Ich liebe es, meinen Körper zu spüren, ich liebe Muskelkater, ich liebe es den Muskel zu treffen und zu fühlen, den ich gerade trainiere. Mir tut der Körper nicht nur für den „Look“ gut, sondern auch für den Kopf.

Wie sieht dein Trainingsplan aus?

In der Diät splitte ich mein Training in 5 Teile, da ich durch so wenig essen nicht die nötige Kraft habe, zwei Muskelgruppen auf einmal zu trainieren. Ich lege Wert darauf, den Muskel richtig “kaputt zu machen“, anstatt ihn halbherzig zu trainieren, also trainiere ich wirklich jede Muskelgruppe einzeln:

  • 1. Beine
  • 2. Schultern
  • 3. Rücken/Bauch
  • 4. Arme
  • 5. Brust

Cardio-Training habe ich eine Zeit lang in meiner Diät wirklich intensiv gemacht, sodass ich jeden Morgen 30 Minuten auf nüchternen Magen und 30 Minuten nach dem Krafttraining lockere Cardioeinheiten gemacht habe (bis auf den Beintag). Derzeit muss ich aber nicht mehr groß abnehmen und eher die Form halten, weswegen ich das Cardiotraining langsam ausschleichen lassen habe und jetzt gar kein Cardio mehr mache :)

Lisa Beck in Bühnenform

Im Aufbau mache ich übrigens auch gar kein Cardio :)
Einmal die Woche gehe ich zum Ballett-Tanz, um meine Körperspannung, Körperbeherrschung und Mobilität, Beweglichkeit, Leichtigkeit und Balance zu verbessern, was gerade für das Posing auf der Bühne sehr wichtig ist!
Und am Wochenende gehts dann noch zum Posingtraining (was auch wirklich anstrengend ist!) bei Vize-Weltmeisterin und Freundin Marina Krause, die wirklich weiß worauf es ankommt :-)

Welche Übungen sind deiner Meinung nach im Krafttraining am wichtigsten?

  • Seitheben:

    Mein Freund sagte mir: „Mach Seitheben bis zum Kotzen“. Nach meinem ersten Wettkampf, als meine Schultern fast nur aus Knochen bestanden, wollte ich unbedingt die berühmten „Kugelschultern“!
  • Kniebeugen:

    Hier auch unbedingt den kompletten Bewegungsradius nutzen, um die komplette Muskulatur zu beanspruchen. Sprich nicht nur „ass to the grass“, sondern auch oben schön den Po anspannen, um hier noch einmal einen Reiz zu setzen! Ich habe immer sehr schwere Kniebeugen gemacht, was meinen derzeit sehr ausgeprägten Quadrizeps und die Bauchmuskulatur zufolge hat! (Die Bauchmuskeln haben auch viel mit Atemtechnik zu tun!)
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  • Klimmzüge oder breiten Latzug:

    Frauen haben (leider) immer Angst, „zu breit“ zu werden, was totaler Quatsch ist (keine Frau läuft im Alltag mit ausgefahrenem angespannten Lat durch die Gegend!). Alle wollen eine schmale Taille, was sie einzig und allein dadurch erreichen, dass am Oberkörper mehr sein muss, damit die Taille schmaler wirkt.

Welche Nahrungsergänzungen nimmst du ein?

Whey (zur Schnellversorgung nach dem Training) und BCAAs (zum Muskelschutz in der Diät)

Wie gehst du vor, wenn du deine Muskeln definierst?

Meine Diät ist nicht wirklich eine Diät, die jedes Mädchen nachmachen sollte: Ich habe Hashimoto (Schilddrüsen-Autoimmunerkrankung, die aber nicht durch den Sport entstanden ist), wodurch ich wirklich wenig essen darf, auch wenn meine Werte durch die Tabletten gut eingestellt sind… Daher möchte ich hier nicht meine „aktuellen Kalorien“ oder sonstiges preisgeben, da sonst viele Mädchen denken, das auch machen zu müssen und sich regelrecht in den Tod stürzen würden…
Jeder Mensch ist anders, und das zu erkennen, ist wichtig! Jeder hat einen anderen Stoffwechsel, andere Knochenstruktur, anderen Alltagsablauf etc.
Ganz allgemein gilt aber, dass es unglaublich wichtig ist, die Kalorien/Carbs langsam zu kürzen, jede Woche schrittweise etwas runter! (Wichtig: Nicht von jetzt auf gleich die Kohlenhydrate rausschmeißen oder so einen Mist!)

Lisa Beck: Definiert in Bühnenform

Ich steigere also als erstes meinen Kalorienverbrauch durch mehr Bewegung und kürze beim Essen zuerst an Carbs. Hier cycle ich aber immer, da mein Stoffwechsel gerne dazu neigt, einzuschlafen. Früher habe ich versucht, mit Cheat Days zu arbeiten, doch ich habe erkannt, dass dies nur enorme Wassereinlagerungen und Fressattacken zufolge hatte, die mir auch vom Kopf eigentlich nicht gut taten, sondern eher geschadet haben.

Wer sind deine Fitness-Vorbilder?

Die Erste, die ich richtig toll fand, war damals Stephanie Davis. „Ich will auch so ein Sixpack“ sagte ich mir immer. Meine Fettdepots lagen/liegen (leider) fast nur in der Bauchregion – so ausgearbeitet mein Bauch auch in der Diät ist – weswegen ich immer die Frauen mit einem tollen Bauch beneidete. Mittlerweile finde ich sie (leider) sehr abgehoben (ohne sie schlecht machen zu wollen – sie ist immer noch eine wunderschöne Frau), aber man sieht sie nur noch auf Luxus-Segelbooten, Reisen etc., was auf mich viel zu utopisch wirkt…
Wer derzeit ein großes Vorbild für mich ist, ist Elena Sporthun. Sie ist zwar keine Bikini-Athletin, sondern in der Physiqueklasse, und hat daher einen Haufen an Muskeln (was ich persönlich natürlich nicht als Zielsetzung habe), doch sie kann diese so unglaublich schön präsentieren! Sie ist dabei so unglaublich weiblich, elegant und weiß sich einfach nur wahnsinnig schön zu bewegen und ihre Muskeln zu kontrollieren. Sie war auch der Grund, wieso ich mit dem Ballett-Tanz begonnen habe.

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Und wer für mich eine erstrebenswerte Form hat, und zugleich noch unglaublich menschlich und liebenswert ist, ist Marina Krause. An Marina sieht man, dass sie den Sport liebt. Sie hat keine übermäßig dimensionalen Brust-Implantate, die ihre Form ausmachen (wie leider sehr viele Bikini-Athletinnen derzeit), ihre Brust ist Natur, ihr ganzer Körper ist natürlich und wirkt natürlich und weiblich! Man sieht, dass sie den SPORT macht, ihren Körper kennt und diesen einfach perfekt beherrschen und einsetzen kann und somit auch auf der Bühne präsentieren kann.

Lisa Beck mit ihrem Posing-Coach Marina Krause

Deswegen habe ich sie auch als Posing-Coach gewählt.

Wenn du noch einmal ganz von vorne mit dem Krafttraining anfangen müsstest: Was würdest du ändern?

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Gar nichts: Ich mag meine Geschichte :)
Höhen und Tiefen gehören immer dazu und lassen einen lernen und sich weiter entwickeln.

Lisa Beck: Ihre Transformation

Wir bedanken uns sehr herzlich bei Lisa für das tolle Interview und wünschen ihr neben bester Gesundheit für die Zukunft auch weiterhin viel Glück und Erfolg in der Bikiniklasse!

Ihr wollt mehr über Lisa Beck erfahren? Checkt ihre Facebookseite und ihr Instagram-Profil!

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