Die Gründe für Übergewicht und wie Abnehmen funktioniert

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Jeder 2. Deutsche ist übergewichtig – zu dieser erschreckenden Bilanz kam das statistische Bundesamt in einer Erhebung im Jahre 2009. Alarmierend vor allem: Selbst Kinder sind heutzutage vermehrt betroffen, knapp 15% aller deutschen Jugendlichen leiden an Gewichtsproblemen.
Wer sein Übergewicht abnehmen möchte, der steht also weiß Gott nicht alleine da. Doch warum werden wir eigentlich so dick, und vor allem – was hilft wirklich dagegen? Begebt euch mit german-aesthetics auf eine Spurensuche, auf deren Weg wir lernen, wo dieses Problem geboren wurde und was jeder Einzelne dagegen tun kann, der seine Kilos reduzieren und sein Übergewicht abnehmen möchte.

Bewegungsmangel: Der Grund für Übergewicht?

Auf den ersten Blick scheint das Problem leicht zu fassen: Wir bewegen uns in Zeiten von Auto und Bürojob einfach viel weniger als unsere Vorfahren, die als Jäger und Sammler durch die Wälder streiften, deshalb verbrennen wir weniger Kalorien und nehmen zu. Doch lässt es sich wirklich so einfach erklären? Nein.


Sehen wir uns unsere Ahnen doch einmal genauer an: In Gruppen zogen sie durchs Land, ständig auf der Suche nach etwas Essbarem. Ein all-you-can-eat beim örtlichen Chinesen gab es nicht, stattdessen wanderten sie eher stundenlang umher auf der Suche nach Nahrung, die dem gesamten Clan den Magen füllen sollte.
Würden wir durch ein bisschen Bewegung also tatsächlich so viel Energie verbrauchen, wie wir meinen, wären unsere Vorfahren, die mit ständiger Essensknappheit konfrontiert waren und keine regelmäßigen Mahlzeiten zu sich nahmen, wahrscheinlich reihenweise und in kurzer Zeit verhungert. So eine Eiszeit überstehen? Völlig undenkbar [1].
Ein Bewegungsmangel kann also nicht der einzige Grund für überschüssige Pfunde sein. Bestärkt wird diese These durch eine 2010 an Kindern durchgeführte Studie. Sie belegt, dass auch im Kindsalter Bewegungsmangel nicht zu Übergewicht führt, sondern genau anders herum – wer dick ist, der bewegt sich weniger [2]!

Fast Food und Trägheit: Eine schlechte Kombination

Wer sein Übergewicht abnehmen möchte, muss also nicht zwangsläufig den Weg zur Arbeit mit dem Fahrrad bewältigen. Entscheidender bei der Frage, woher die Pfunde denn nun eigentlich kommen, ist ein anderer Aspekt: Waren wir als Nahrungssucher noch auf etwas Glück angewiesen, um eine halbwegs regelmäßige Versorgung sicherzustellen, erschlägt uns heute ein absolutes Überangebot. Egal ob Fast Food-Restaurant, Firmen-Kantine oder Imbiss-Wagen – überall warten Nahrungsmittel geradezu darauf, von uns verzehrt zu werden.
Dabei ist ein Burger zwischendurch oder eine Tüte Pommes für jemanden der sein Übergewicht abnehmen möchte gar kein Verbrechen. Was uns in Kombination mit einer kalorienreichen Nahrungsaufnahme tatsächlich zunehmen lässt, sind zwei andere Gründe: Zum einen trinken wir so viele Erfrischungsgetränke wie nie zuvor [3]. Cola, Fanta und Co. sind nicht nur kalorienreich, sondern sorgen auf Grund ihres immensen Zuckeranteils für einen ansteigenden Blutzuckerspiegel, wodurch es zu einer verstärkten Ausschüttung von Insulin kommt, welches die Fettverbrennung blockiert und unser Hungergefühl schürt. Wer an dieser Stelle einfach zur zuckerfreien Alternative a la Coke Zero greift, um der Zuckerfalle einen Haken zu schlagen, der verschiebt das Problem nur: Viele Light-Produkte enthalten Aspartam – ein synthetisches Süßungsmittel, dessen krebserregende Eigenschaften an Tieren bereits nachgewiesen wurden [4], und das auch im Verdacht steht, die Krebsentstehung auch beim Menschen zu begünstigen [5].


Der zweite Punkt bringt uns an die Ursprungsüberlegung zurück: Bewegungsmangel ist zwar nicht direkt mit dem Entstehen von Übergewicht verbunden – aber indirekt. Um diesen Zusammenhang zu begreifen, muss man sich klar machen, dass die Aufrechterhaltung von Muskulatur als aktives Gewebe für unseren Körper im Vergleich zum passiven Fettgewebe vergleichsweise energieintensiv ist. Um sich für Notsituationen wie eine Hungerperiode zu wappnen, wird aus Effizienzgründen daher unnötige Muskelmasse schneller abgebaut als Fett. Wer also wenig Sport treibt, der verliert im Laufe der Zeit nicht nur einen Teil seiner Muskulatur, sondern senkt damit auch unweigerlich seine basale Stoffwechselrate bzw. seinen Grundumsatz, also die Energiemenge, die der Körper zum Funktionieren benötigt. Die Folge eines sinkenden Grundumsatzes an Kalorien bei mindestens gleichbleibendem Essverhalten dürfte klar sein: Gewichtszunahme.
Übrigens: Gerade Menschen im mittleren Alter oder Senioren, die sich berufs- oder gesundheitsbedingt weniger bewegen, sind aus diesem Grund stärker gefährdet, durch dieses Verhalten an Gewicht zuzunehmen.

Das eigene Übergewicht abnehmen – wie geht das?

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Was kann man nun aber tun, wenn man sein Übergewicht abnehmen möchte? Die Antwort ist denkbar einfach: Krafttraining und speziell hochintensives Training sind als Ergänzung zu konsequenten Diätprogrammen wie etwa einer Low-Carb Diät ideal dazu geeignet, den lästigen Pfunden den Kampf anzusagen!
Dabei schlägt man durch regelmäßiges Muskeltraining gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Zum einen werden bei intensivem Krafttraining zahlreiche Kalorien verbraucht, so dass man leichter ein Kaloriendefizit über den Tag erreicht – vorausgesetzt, man gönnt sich nach dem Krafttraining lediglich einen Eiweißshake und keine Pizza.
Spannender ist jedoch der zweite Punkt: Durch den konsequenten Aufbau von Muskelmasse steigert man seinen täglichen Energiebedarf. Wer also regelmäßig Krafttraining betreibt, verbrennt daher mit der Zeit immer mehr Kalorien – selbst ohne sich an trainingsfreien Tagen vermehrt zu bewegen!
Dieses Phänomen wurde bereits 1990 in einer amerikanischen Studie erkannt und als “wichtiger Faktor” bei der Bestimmung des menschlichen Energiehaushalts beschrieben [6].

Der Schlüssel zur Traumfigur

Um erfolgreich sein Übergewicht abnehmen zu können, bedarf es daher eigentlich nur drei Kernelementen: einer kalorienreduzierten und eiweißreichen Diät, regelmäßigem Krafttraining – und Durchhaltevermögen! Wer möchte, kann das Ganze noch um Ausdauer- oder Intervalltraining ergänzen, um noch schneller zum Erfolg zu kommen. Wer dieses Rezept beherzigt und das nötige Durchhaltevermögen mitbringt, der befindet sich auf dem richtigen Weg zu purzelnden Kilos. Das eigene Übergewicht abnehmen ist kein Hexenwerk.

Quellen:
[1] “Body by science”. Doug Mc Guff, M.D., and John Little, S.180-181.
[2] “Fatness leads to inactivity, but inactivity does not lead to fatness: a longitudinal study in children (EarlyBird 45)”. BS Metcalf et alt. Archives of Disease in Childhood, 2011.
[3] “Alkoholfreie Getränke”. Marktanalyse Axel Springer AG, 2011.
[4] “Life-span exposure to low doses of aspartame beginning during prenatal life increases cancer effects in rats”. M Soffritti et alt. Environmental health perspectives, 2007.
[5] “Consumption of artificial sweetener- and sugar-containing soda and risk of lymphoma and leukemia in men and women”. ES Schernhammer et alt. The American journal of clinical nutrition, 2012.
[6] “Skeletal muscle metabolism is a major determinant of resting energy expenditure”. F Zurlo et alt. The journal of clinical investigation, 1990.

Bildquelle: stab at sleep (Flickr, CC BY-SA 2.0), PaulLamere (Flickr, CC BY 2.0), Kyle May (Flickr, CC BY 2.0), CrossFit Fever (Flickr, CC BY 2.0)

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