Die Pre-Workout Booster-Bibel: Vergleich der Wachmacher

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Mit knalligen Verpackungen versuchen sie unsere Aufmerksamkeit zu erhaschen, mit beinharten Namen vermitteln sie uns, dass es nur eine Richtung gibt – und zwar nach vorne: Pre-Workout Booster. Ob Assault, War Machine oder Kickdown: Pre-Workout Booster zählen zu den beliebtesten Supplements rund ums Krafttraining und die rege Nachfrage wird von den Herstellern mit bunter Vielfalt belohnt.
Wer sich das Etikett eines solchen Boosters allerdings schon einmal näher angeschaut hat, wird häufig eine enorme Vielzahl an Inhaltsstoffen entdeckt haben. Obgleich im Wust der Ingredienzen jeder Hersteller meint, DIE Formel für den ultimativen Zaubertrank entwickelt zu haben, basieren die meisten Pre-Workout Booster doch auf den gleichen Grundzutaten. Um euch die Wahl etwas zu erleichtern, für welches Produkt ihr euch entscheidet, präsentiert euch german-aesthetics heute seinen großen Pre-Workout Booster Vergleich!

Der Fokus des Pre-Workout Booster Vergleichs

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Natürlich gibt es eine Unmenge an Inhaltsstoffen, die jedes einzelne Produkt einzigartig machen. Unter Berücksichtigung bestimmter Faktoren kann es jedoch sinnvoll sein, herausstechende und häufig verwendete Zutaten von Boostern etwas näher zu beleuchten. Wir haben uns daher im Rahmen unseres Pre-Workout Booster Vergleichs für folgende Inhaltstoffe entschieden:

    Koffein

Viele Pre-Workout Booster funktionieren auf Koffeinbasis und machen sich den Wach machenden-Effekt dieses Stimulanzstoffes zunutze. Koffein beseitigt dabei allerdings nicht nur Ermüdungserscheinungen, sondern wirkt sich auch anregend auf das Nervensystem des Körpers aus und hat neben einer leichten Erhöhung des Blutdrucks noch viele weitere, für das Krafttraining relevante Effekte.

    Creatin

Creatin, meistens in Form von Monohydrat, stellt einen festen Bestandteil vieler Pre-Workout Booster dar. Eine häufige Empfehlung lautet, Creatin erst nach dem Krafttraining einzunehmen. Betrachtet man jedoch den zeitlichen Ablauf der Resorption von Creatin im menschlichen Körper, so fällt auf, dass 1-3 Stunden nach der Einnahme die höchste Konzentration im Blut besteht [1]. Berücksichtigt man diesen Faktor, kann es durchaus Sinn machen, Creatin in einem Pre-Workout Booster vor dem Training einzunehmen, damit nach dem Krafttraining, wenn die Speicher des Körpers geleert sind, direkt die hohe Konzentration im Blut zur Wiederauffüllung genutzt werden kann.

    Beta-Alanin
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Beta-Alanin findet sich heute als Inhaltsstoff in so gut wie jedem Pre-Workout Booster. Die Verwendung dieser Aminosäure hat im Rahmen von Krafttraining und Muskelaufbau vor allem eine beabsichtigte Wirkung: Das Übersäuern der Muskulatur im Training unter Höchstleistung hinaus zu zögern. Als Resultat soll ein größerer Wachstumsreiz ermöglicht werden, indem das Krafttraining länger auf hohem Niveau durchgeführt werden kann.

    Arginin

Die Aminosäure, die zu großen Teilen in Kürbiskernen, Pinienkernen, Walnüssen und Erdnüssen vorkommt, ist ebenfalls ein beliebter Wirkstoff in Pre-Workout Boostern. Für den Kraftsportbereich ist Arginin, meistens in Form von L-Arginin oder Arginin-Alpha-Ketoglutarat (AAKG), besonders auf Grund seiner Blutgefäß erweiternden Wirkung interessant. Die dadurch angeregte Durchblutung versorgt die Muskulatur verstärkt mit Nährstoffen und sorgt für den beliebten „Pump“-Effekt.

Eingrenzung

Diese vier Wirkstoffe bilden den Grundstock diverser Supplements in diesem Bereich, weshalb sie eine praktikable Grundlage für einen Pre-Workout Booster Vergleich bilden – aber das ist nicht alles:
Viele Sportler nutzen Creatin oder Beta-Alanin als eigenständige Nahrungsergänzungsmittel mit fest definierten Dosierungs-Schemata. Da einige Präparate diese Inhaltsstoffe allerdings in teilweise beträchtlicher Höhe enthalten, kann es sinnvoll sein, seinen Supplement-Plan an Tagen, an denen Pre-Workout Booster konsumiert werden, anzupassen, um seinem Körper nicht deutlich höhere Dosen als geplant auszusetzen.

Pre-Workout Booster in der Übersicht

Lange Rede, kurzer Sinn: Hiermit präsentieren wir euch das Ergebnis unseres Vergleiches:

Pre Workout-Booster Vergleich 2016: Tabelle diverser, aktueller Booster
(Großformat)

Analyse

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Wie anfangs bereits konstatiert, verwenden tatsächlich eine Vielzahl der im Handel erhältlichen Booster die anvisierten Inhaltsstoffe als Basis-Elemente. Die Spannweite, in der sich die Hersteller dabei unterscheiden, ist jedoch stellenweise beträchtlich:
Während wir beim Vergleich des Koffeingehaltes sämtlicher aufgeführten Pre-Workout Booster eine Schwankungsbreite von 135-372mg feststellen konnten, zeigt sich beim Beta-Alanin eine Schwankungsbreite von 500-3300mg pro Gabe (insofern enthalten). Während beim Koffeingehalt also höchstens mit einer beinahe dreifachen Dosis des Inhaltsstoffes über die verglichene Supplement-Palette gearbeitet wird, verwenden die verschiedenen Hersteller bei Beta-Alanin teilweise mehr als die 6-fache Menge der Konkurrenzprodukte! Ähnlich beim Creatin und Arginin: Auch hier konnten wir eine hohe Schwankungsbreite von 1000-5000mg (Creatin) und 1000-4620mg (Arginin) feststellen.
Erstaunlich außerdem: Der hohe Grad der Verschleierung. Viele Hersteller nutzen Kunstnamen in Form von „blend“- oder „matrix“-Bezeichnungen, um die genau Zusammensetzung der Produkte geheim zu halten. Aus Gründen des Schutzes der Rezeptur ist diese Strategie nachvollziehbar, sie schadet jedoch erheblich der Transparenz und führt dazu, dass interessierte Sportler völlig im Dunkeln darüber gelassen werden, welchen Wirkstoffmengen sie ihren Körper aussetzen und welche Inhaltsstoffe tatsächlich einen positiven Effekt bei ihnen hervorrufen.

Das Fazit unseres Pre-Workout Booster Vergleichs

Unser Vergleich versteht sich als neutrales Nachschlagewerk – wir sprechen uns damit weder deutlich für, noch deutlich gegen die Nutzung von Pre-Workout Boostern im Krafttraining aus.
Zu beachten ist allerdings folgendes: Viele der verglichenen Pre-Workout Booster weisen hohe Dosierungen einzelner Wirkstoffe auf. Wer beispielsweise täglich 3g Creatin supplementiert, muss unter Umständen an Tagen, an denen er einen Booster zum Krafttraining einnimmt, gar keine gesonderte Creatin-Einnahme vornehmen, da das im Booster enthaltene Creatin völlig ausreicht.
Ähnlich verhält es sich mit Beta-Alanin: Viele Sportler supplementieren Beta-Alanin kurz vor dem Krafttraining separat. Einige Booster weisen jedoch Beta-Alanin Mengen auf, die eine gesonderte Einnahme hinfällig und überflüssig machen. Idealerweise sollte der verwendete Pre-Workout Booster also mit allen weiteren Nahrungsergänzungsmitteln an Trainingstagen abgestimmt werden, um nicht unnötig Geld und Supps zu verschwenden und um seinem Körper unnötig hohe Belastungen zu ersparen. Eine Koffeintablette zum Pre-Workout Booster macht daher ebenso wenig Sinn wie eine Extradosis L-Arginin zu einem Booster, der per se schon eine Megadosis der Aminosäure enthält, weshalb ein solches Einnahmeschema überdacht werden sollte.
Weiterhin sollte festgehalten werden: Unser Vergleich analysiert lediglich die vier Grundbausteine vieler Präparat in diesem Bereich, und selbst diese haben, wie z.B. Beta-Alanin, keinen einwandfreien, wissenschaftlich belegten Hintergrund! Man sollte sich daher immer wieder vor Augen führen, dass es für viele Inhaltsstoffe in diesen Produkten keinerlei fundierte Belege gibt, die ihre Wirkungsweise (ob positiv oder negativ) am Menschen beweisen. Dies ist auch einer der Gründe, wieso viele Produkte bei jenen hervorragend anschlagen, andere Sportler allerdings gar nicht auf sie reagieren. Die harte Wahrheit lautet also: Am Ende entscheidet tatsächlich nur der Selbsttest, welcher Pre-Workout Booster am besten für einen geeignet ist.

Quellen:
[1] “Creatine and Creatine Kinase in Health and Disease”. GS Salomons, M Wyss, 2007. S. 262.

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Comments

  1. Kilian says:

    An der Vergleichstabelle sieht man schon, dass viele Hersteller nicht genug Transparenz haben. Oft beinhalten die Booster propriety blends, wodurch die einzelnen Inhaltsstoffe nicht erkennbar sind. Meiner Meinung nach gibt es keinen Grund die Inhaltsstoffe und deren exakte Menge nicht aufzulisten – Angst vor Nachahmern ist das einzige was mir einfällt. Diese fehlende Transparenz hat in der Vergangenheit schon schwerwiegende Folgen mit sich gebracht wie die Sperrung des Athleten Rob Riches, der Craze konsumierte (in Craze wurde Supstanzen gefunden die auf der Doping-Liste stehen). Dennoch gibt es viele gute Produkte, hoffentlich ändert sich hier in nächster Zeit etwas.

  2. Marcel says:

    Sagt mal Jungs,
    euer Beitrag ist zwar schon etwas älter, aber wie sieht es eigentlich mit CRANK (https://www.fitmart.de/index.php?cl=search&searchparam=ESN%20Crank) aus? Den gabs 2015 schon und wird immer noch stark beworben!
    @kilian jeder Chemiker kann dir einen Booster schnell zusammen stellen. man braucht die Inhalte nicht deswegen zu verbergen.
    und was auf eine Doping-Liste kommt muss nicht gleichzeitig schlimm sein! In Osteuropa wurden gerade viele Athleten gesperrt, weil die seit 20 Jahren ein Mittel zum Kondition & Muskelaufbau nach dem Training genommen haben, was auch alle nehmen nur in USA z.B. ein anderes Pharma es verkuaft und wenn man so die Konkurrenz ausschaltet, hat man auch gewonnen…
    Gruß

    • admin says:

      Hallo Marcel,

      unser Artikel ist von Anfang 2014 (wie die Zeit vergeht!) – damals gab es Crank noch nicht bzw. es war noch nicht so populär wie heute, deshalb fehlt dieser Booster in unserer Auflistung.

      Besten Gruß
      Dein Team von german-aesthetics

  3. Marcel says:

    heiß es, ihr macht was?

    • admin says:

      Hallo Marcel,

      ein Update der Liste wäre in der Tat eine gute Idee – dann aber nicht nur für Crank, sondern auch für weitere neue Produkte!

      Besten Gruß
      Dein Team von german-aesthetics

  4. Es gibt wirklich zu viele Hersteller, die ein Geheimnis aus ihren Rezepturen machen wollen. Dadurch werden die Produkte undurchsichtig und der Nutzen schwer nachvollziehbar. Immerhin muss bei uns genau draufstehen WAS drin ist, wenn auch die Zusammensetzung mit Bezeichnungen wie “blend” verschleiert wird. Zum Glück gibt es auch einige Hersteller, die genaue Angaben zu ihren Inhaltsstoffen machen.
    Die Tabelle fidne ich übrigens echt gut, die könntest Du wirklich mal aktualisieren und erweitern.

    • admin says:

      Hallo Jahn,

      vielen Dank für deine Anregung und entschuldige bitte die verspätete Rückmeldung!
      Eine Überarbeitung des Artikels würde, wie du sagst, durchaus Sinn machen (Marcel über dir hat ja dasselbe gefordert) – schließlich sind in der Zwischenzeit viele neue Pre-Workout Booster auf den Markt gekommen, und die Probleme sind leider immer noch präsent…

      Besten Gruß
      Dein Team von german-aesthetics

  5. admin says:

    Eine kurze Mitteilung: Wir haben den Artikel soeben aktualisiert!
    Hinzugekommen sind, neben der Spalte für die Aminosäure “Citrullin”, folgende Pre Workout-Booster:

    – 5% NUTRITION “Kill It”
    – BPI SPORTS “1.M.R. Vortex”
    – CELLUCOR “C4 Ripped”
    – CHAOS AND PAIN “Cannibal Ferox”
    – DEDICATED NUTRITION “Unstoppable V2″
    – DRIVEN SPORTS “Craze 2.0 V2″
    – ESN “Crank”
    – FINAFLEX “Stimula8″
    – GN LABORATORIES “Narc Genesis”
    – MULTIPOWER “Red Kick”
    – NUTRABOLICS “Swollen”
    – OPTIMUM NUTRITION “Gold Standard”
    – PROSUPPS “Dr. Jeckyll”
    – PROSUPPS “Mr. Hyde”
    – SCI-MX “X-Plode Hardcore”
    – SCITEC “Wod Crusher Fireworks”
    – SPARTAN RAGE “300 ALFA Hardcore”

    Wir hoffen, euch damit einen aktuellen Einblick in die bunte Welt der Booster geben zu können :)

    Besten Gruß
    Euer Team von german-aesthetics

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