Effektiv abnehmen: Der Laufband-Mythos entzaubert

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Schnell und effektiv abnehmen – um diesem Ziel näher zu kommen, quälen sich Millionen von Menschen täglich stundenlang auf einem Laufband ab. Cardiotraining ist schließlich der einfachste und beste Weg, Fett zu verbrennen – oder?
Wer die Pfunde schmelzen sehen will, der muss schwitzen. Und zwar je länger, desto besser. Diese Weisheit ist in vielen Fitness-Magazinen so sicher zu finden wie das Amen in der Kirche und verspricht ambitionierten Sportlern wie übergewichtigen Anfängern jeden Alters die idiotensichere Fettabsolution. Wer effektiv abnehmen will, der muss sich also lediglich auf ein Laufband oder einen Stepper stellen, solange strampeln, bis die gewünschte Kalorienmenge angezeigt wird, und voila, das Ziel ist erreicht.
So einfach, wie es uns häufig versprochen wird, ist es in der Praxis dann aber leider doch nicht. Wieso langwieriges Cardiotraining bei so vielen Sportlerinnen und Sportlern dennoch nicht die gewünschte Wirkung zeigt und welche zielführenderen Methoden es gibt, um tatsächlich effektiv abnehmen zu können, diesen Fragen geht german-aesthetics heute für euch nach!

Die Laufband-Lüge

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Laufbänder sind eine der besten Freunde vieler Fitnessstudio-Besucher. Vor allem Frauen scheinen von ihnen magisch angezogen zu werden, versuchen doch meistens sie überschüssigen Pfunden durch Lauftraining den Kampf anzusagen, während die Männer beim Krafttraining schwitzen. Bequemerweise zeigen einem die Geräte ja auch noch genau an, wie viele Kalorien man nach einer schweißtriebenden Lauf-Session verbrannt hat, effektiv abnehmen scheint also ein Kinderspiel zu sein.
Und dennoch: Irgendetwas scheint nicht zu stimmen. Wäre unsere Geschichte an dieser Stelle schon zu Ende, hätten Men’s Health, Brigitte und Co. bereits ab morgen keine Daseinsberechtigung mehr und kreative neue Diät-Konzepte wären vom Aussterben bedroht.
Was genau ist es aber, das uns daran hindert, erfolgreich abzuspecken? Lügen Laufbänder etwa? Die beruhigende Antwort: Nein, tun sie nicht – wir interpretieren ihre Ergebnisse aber meistens völlig falsch [1]!

Ein kleines Rechenbeispiel

Um das Problem mit dem beliebten Fitness-Equipment etwas greifbarer zu machen, bedienen wir uns einem kleinen Beispiel. Hierbei gehen wir von einer 1,70m großen und 60kg schweren Frau Mitte 20 aus – nennen wir sie einmal Anne. Anne geht regelmäßig für eine Stunde auf das Laufband und freut sich danach über die Anzeige, denn sie hat gerade durch ihre Laufeinheit 350kcal verbrannt. Dennoch lässt der Erfolg seit Wochen zu wünschen übrig, aber warum?
Jeder Mensch hat einen bestimmten Grundumsatz an Kalorien. Dieser Wert gibt an, wie viele Kalorien wir täglich unabhängig von unseren Aktivitäten verbrauchen und benötigen, damit unser Organismus einwandfrei funktionieren kann. In Annes Fall sind das, bei einer geregelten Schlafzeit von 8 Stunden und keinerlei sonstiger Tätigkeit, in etwa 2050kcal pro Tag [2]. Bricht man diesen Wert nun auf eine stündliche Basis herunter, sieht man, dass Anne pro Stunde gut 85kcal verbraucht, ohne aktiv etwas dafür zu tun.
Der Clou daran: Die 350kcal, die während des Cardiotrainings angeblich verbrannt wurden, werden nicht separat betrachtet, sondern enthalten diese 85kcal bereits! Anne hat also in einer Stunde durch ihr Lauftraining gar keine 350kcal, sondern in Wirklichkeit nur 265kcal zusätzlich verbrannt.
Nach den Strapazen geht unsere Anne in den praktischerweise gegenüber von ihrem Studio gelegenen McDonalds und gönnt sich einen McSundae mit Karamelsauce – so ein leckeres Eis hat sie sich nach dem einstündigen Lauftraining ja auch verdient! Dumm nur für Anne: Betrachtet man die Nährstoffbilanz eines McSundae, so fällt einem auf, dass dieser 285kcal besitzt. Unsere Beispiel-Dame hat jedoch in ihrem Training nur 265kcal verbrannt.
Das traurige Resultat lautet also: Trotz einer einstündigen Lauf-Session würde Anne mit diesem Verhalten auf lange Sicht nicht ab-, sondern sogar zunehmen!

Effektiv abnehmen: Tipps für erfolgreiches Absprecken

Damit es euch nicht wie Anne ergeht, haben wir einen kleinen Fahrplan zusammengestellt, mit dem ihr schnell und effektiv abnehmen könnt, ohne Gefahr zu laufen, ungewollt zuzulegen:

Maßnahme Nummer 1: Den eigenen Kalorienverbrauch kennen

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Wer seinen Tagesbedarf an Kalorien kennt, der kann sein Ausdauertraining und seine Diät besser planen und zu jedem Zeitpunkt kontrollieren. Nutzt Kalorienrechner wie z.B. diesen hier von der Universität Hohenheim, um euren persönlichen Energiebedarf zu berechnen und auf Basis dieser Daten effektiv abnehmen zu können!

Maßnahme Nummer 2: Kein Fast-Food nach dem Sport

Nach dem Krafttraining benötigt euer Körper in erster Linie zwei Dinge: die richtigen Kohlenhydrate für eine verstärkte Insulin-Ausschüttung, um die Nährstoffe, die ihr im anschließend mit Hilfe eines Whey-Shakes zuführt, optimal nutzen zu können. Wie ihr dabei genau vorgeht, erfahrt ihr hier in unserem Artikel über den idealen Eiweißshake nach dem Krafttraining.
Wer sich nicht im Aufbau befindet, sondern effektiv abnehmen möchte und dabei ein Auge auf seine Kalorienbilanz hat, kann die Kohlenhydrate in diesem Fall natürlich auch reduzieren.

Maßnahme Nummer 3: Kaltes Wasser bevorzugen

Um das Potential des täglichen Wasserkonsums bei der Fettverbrennung zu verdeutlichen, schauen wir uns einmal genauer an, wie eine Kalorie definiert ist. Eine Kalorie ist eine Maßeinheit, die sich:

„ […]jeweils auf die Erwärmung von einem Gramm beziehungsweise einem Kilogramm Wasser um ein Grad Celsius bezieht“ (Wikipedia)

Der energetische Aufwand, um 1 Liter eiskaltes Wasser (~2 Grad Celsius) nach dem Trinken auf Körpertemperatur aufzuheizen, beträgt also in etwa 35 Kalorien. Wer sich daher angewöhnt, regelmäßig z.B. mit Eiswürfeln gekühltes Wasser zu konsumieren, kann somit ohne großen Aufwand täglich gut 100 Kalorien zusätzlich verbrennen [3]!

Das Fazit: Effektiv abnehmen leicht gemacht

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Effektiv abnehmen funktioniert also nicht immer ausschließlich durch sportliche Betätigung oder eine strikte Diät, es gibt diverse kleine Kniffe, die euch dabei unterstützen können, euer Gewicht zu reduzieren. Kombiniert mit regelmäßigem Krafttraining und anderen Methoden zur Fettverbrennung wie dem Tabata Training ist konsequentes Abnehmen daher keine unlösbare Aufgabe und mit ein wenig Planung und Disziplin im Alltag problemlos durchführbar!

Quellen:
[1] “Body by science”. Doug McGuff, John Little. S.182-185.
[2] Verwendeter Kalorienrechner: Uni Hohenheim
[3] “Body by science”. Doug McGuff, John Little. S.193-194.

Bildquelle: John Loo (Flickr, CC BY 2.0), www.metaphoricalplatypus.com (Flickr, CC BY 2.0), Chris Hunkeler (Flickr, CC BY-SA 2.0), StockPhotosforFree.com (Flickr, CC BY 2.0)

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Comments

  1. Flo says:

    Kaltes Wasser? Ernsthaft? Hier sollte der Autor sich mal mit dem Unterschied zwischen Kalorien und Kilokalorien beschäftigen!

  2. Sputnik58 says:

    Eine Frau, die 1,70 m groß ist und 60 kg möchte abnehmen? Echt jetzt? Das Beispiel ist ja wohl ein Witz. Will der Autor uns tatsächlich verkaufen, dass die junge Frau abnehmen muss? Arme Frauen, die das glauben.

    • admin says:

      Liebe Sputnik58,

      unser Berechnungsexempel hat lediglich mathematischen Beispielwert.
      Ob wir unsere Anne nun 80, 90 oder 100kg schwer gemacht hätten, das war für uns rein inhaltlich nicht ausschlaggebend.
      Ziel des Beispiels war es einzig, die Problematik im praktischen Umgang mit Abnehmstrateigen wie z.B. dem Ausdauertraining auf dem Laufband aufzuzeigen – nicht, Empfehlungen zu geben, wer mit welcher Körperkomposition abnehmen könnte oder gar sollte.

      Lieben Gruß
      Dein Team von german-aesthetics

  3. Bernd says:

    Die Rechnung mit dem Wasser stimmt, anders als Flo es sagt.

    1 Calorie = Energie zum Erwärmen von 1 g Wasser um ein Grad C
    also
    1000 Calorie = 1 kcal = Energie zum Erwärmen von 1000 g (ein Liter!) Wasser um ein Grad,

    x 35 (37 -2) ergibt ca. 35 kcal Energieaufwand für die Erwärmung von einem Liter Eiswasser auf Körpertemperatur.

    Vor Ewigkeiten gab es mal eine sich verbreitende E-Mail, die behauptete, dass auch kalt getrunkene Biere schlank machen, weil der Körper sie erwärmen muss. Da wurde aber in der Tat eine Kommastelle durcheinander geworfen. Ein Liter (!) Bier hat zwischen 450 und 550 kcal, da nützt es nicht soooo viel, wenn man es mit 35 kcal Aufwand erwärmt… ansonsten gäbe es bestimmt auch schon den Tipp, viel Eis zu essen oder generell die Salzstangen nur tiefgefroren zu snacken!

    • admin says:

      Hallo Bernd,

      vielen Dank fürs Nachrechnen und die Beispiele zum Schmunzeln! :)

      Besten Gruß
      Dein Team von german-aesthetics

  4. Dave says:

    1 stunde laufen 350 kalorien???
    Schon eher 700-800 kalorien !

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