IFBB Men’s Physique Athlet Maurice Laaß im Interview

2016 ist das Jahr von Maurice Laaß: Der Offizier der Deutschen Marine begann seine Wettkampf-Karriere nicht nur mit einem 1. Platz bei den Berliner Meisterschaften, sondern sicherte sich obendrein den Sieg bei den Deutschen Meisterschaften des DBFV in der Men’s Physique sowie den Vize-Titel beim diesjährigen American Dream-Contest.

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Wir wollten von dem bärenstarken Newcomer wissen, was ihn motiviert hat mit dem Krafttraining anzufangen, welches Erfolgsgeheimnis sein Training auszeichnet und wie er vorgeht, um seinen Körper in wettkampffähige Spitzenform zu transformieren!

Maurice Laaß in Wettkampfform

Was hat dich motiviert, mit dem Krafttraining anzufangen?

Mein Leben lang betreibe ich schon Sport.
Aufgewachsen in dem schönen Dorf Meinersen in der Nähe von Braunschweig, legte meine Mutter bei mir bereits in jungen Jahren viel Wert darauf, dass ich Sport betreibe, dabei konnte ich immer selber entscheiden, welcher Sportart ich nachgehen möchte und wie intensiv diese ausfallen sollte.
Angefangen hat alles mit rhythmischer Sportgymnastik im Kindergarten, gefolgt von Jugendturnen in der Grundschule. Im heimischen Garten des Elternhauses gab es genügend Platz und Gelegenheiten sich weiter auszuprobieren und Fähigkeiten zu perfektionieren. Meine vier Jahre ältere Schwester Madeleine war und ist mir immer ein großes Vorbild gewesen, insbesondere, wenn es um Sport ging. Sie selbst, bereits mit zwölf Jahren im Verein der Leichtathletik erfolgreich tätig, gab mir immer Anreiz und Motivation bestimmte “Kunststückchen”, wie wir sie nannten, nachzuahmen und zu verbessern. Meine Schwester lehrte mich die harte Realität des Wettkampfes und was es heißt, sowohl zu gewinnen als auch zu verlieren.
Bis zum Alter von vierzehn Jahren übte ich verschiedenste Sportarten aus: Vom Reitsport über Tennis zu Karate sowie Judo bis hin zum Fußball, welches nur die Auswahl der Sportarten betrifft, denen ich in Vereinen nachgegangen bin.

Maurice Laaß: Klimmzüge an der Stange

Der Weg, wie ich zum Fitnesssport gelangte, ist ungewöhnlich, jedoch für mich von großer Bedeutung und prägte mich bereits im jungen Teenageralter:
Verletzungsbedingt musste ich mit dem Fußball spielen aufhören und war ein dreiviertel Jahr nicht in der Lage, eine Sportart auszuüben. Als ich wieder selbstständig gehen konnte, war meine Muskulatur soweit abgebaut, dass ich über meine Krankenkasse die Physiotherapie und das Krafttraining im dorfeigenem Fitnessstudio – damals “Fit und Fun” heute “medifitness” – bezog. Sehr schnell fand ich dort meinen besten Freund Phil, der bis heute mein Trainingspartner geblieben ist!
Ich gehe mittlerweile seit über elf Jahren dem Fitnesssport nach und habe umfangreiche Erfahrungen in den Bereichen Krafttraining und Trainingssysteme, Ernährung sowie Nahrungsergänzung, Ausdauertraining und Diäten gemacht. Ferner unterrichte ich seit über zwei Jahren in der Deutschen Marine mir anvertrauten Soldatinnen und Soldaten und besitze durch meinen Hauptberuf als Marineoffizier eine Sportleiter-Lizenz.
Aufgrunddessen habe ich mich vor drei Jahren dazu entschlossen, ein eigenes Trainingsprogramm, das “CombatPackage”, zu initiieren: Jeder Sportler macht am Anfang seiner Karriere viele Fehler, Fehler, aus denen man dazu lernen kann, aber auch Fehler, die langfristige Konsequenzen für den Athleten haben können. Ich habe mir als ich mit dem Kraftsport anfing immer einen roten Leitfaden gewünscht, eine klare Linie, an der ich mich hätte richten können, jedoch habe ich mir alles von Grund auf selbst beigebracht.

Maurice Laaß auf der Bühne

Mit meinem Programm möchte ich vor allem die aktuelle Generation Fitness erreichen, welche sich meiner Meinung nach größtenteils in den sozialen Netzwerken “verirrt” hat und einem Trugschluss von so genannten “Natural Bodybuildern” unterliegt.
Des Weiteren verfolgt mein Plan den Gedanken des altbewährten Kraftsports und soll jenen Sportlern genau der Wegweiser sein, den ich zu Beginn gesucht habe.
Derzeit coache ich an die zwanzig Sportler verschiedenster Erfahrungs- und Altersstufen: Von Anfängern über Mütter, die wieder in Form kommen wollen, bis hin zu angehenden Wettkampf-Athleten.
Unterm Strich kann ich sagen, dass ich froh bin zum Kraftsport gefunden zu haben, er hat meinen Charakter positiv geformt und ist fester Bestandteil meines Lebensstils.

Wie sieht dein Trainingsplan aus?

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Aktuell trainiere ich nach meinem selbst erstellten Wettkampfplan:

  • Montag: Brust + Trizeps
  • Schrägbankdrücken
    Cabel-Cross
    Kabel-Überzüge
    Dips
    Trizepsdrücken

  • Dienstag: Rücken + Bizeps
  • Klimmzüge
    Enges Rudern
    Rudern im Obergriff
    LH-Curls
    Hammercurls

  • Mittwoch: Beine + Bauch
  • Beinpresse
    Beinstrecker
    Beinbeuger
    Hyperextensions
    Wadenheben (sitzend)
    Crunches

    Maurice Laaß in Wettkampfshorts

  • Donnerstag: Pause
  • Freitag: Schultern + Brust
  • Flachbankdrücken
    Schulterpresse
    Seitheben am Turm
    Butterfly reverse
    Frontheben

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  • Samstag: Rücken + Waden + Serratus
  • Latzug (eng)
    Rhomboidenziehen am unteren Block
    Donkey Wadenheben
    Serratus Crunches
    Beinheben (hängend)

  • Sonntag: Pause

Ich trainere möglichst schwer 6-8 Wiederholungen und in den Grundübungen füge ich einen 4×3 Satz mit jeweils 30 Sekunden Pause zwischen den Teilsätzen ein.

Welche Übungen sind deiner Meinung nach im Krafttraining am wichtigsten?

  • Klimmzüge
  • Bei der Übung kommt es meiner Meinung nach sehr auf die Technik an. Ich mache ein kleines Hohlkreuz, um den Latissimus Dorsi schön zu treffen. Das bekomme ich mit keiner anderen Übungen so gut hin

  • Kniebeuge
  • Für mich sind Kniebeugen ganz klar eine der wichtigsten Grundübungen respektive der Hormonausschüttung

  • Bankdrücken
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    Egal ob flach, schräg oder negativ – diese Übung ist unabdinglich für eine schöne, voluminöse Brust

    Welche Nahrungsergänzungen nimmst du ein?

    BCAA, Whey (Isolat), Fischölkapseln, Zink

    Wie gehst du vor, wenn du deine Muskeln definierst?

    Ich habe verschiedenste Diätformen ausprobiert. Üblicherweise beginne ich mit der Reduzierung der Kohlenhydrate, danach führe ich das Carb-Cycling ein.
    Diese Saison habe ich 8 Wochen die ketogene Diät nach der gewonnen Deutschen Meisterschaft ausprobiert, mit der ich ausgezeichnet meine Muskelmasse erhalten konnte. 3-4 Wochen vor dem Wettkampf gehe ich auf eine High Protein-Diät mit dem notwendigen Anteil von Fetten. Mit letzterer Diätform werde ich am trockensten und kann auch die Form absehen (ganz anders als bei der ketogenen Diät, da ich da sehr aufgeschwommen bin, auf Grund des hohen Anteils von Wasser in Verbindung mit der täglichen Salzmenge).
    Egal, ob ich in der High Protein- oder in der ketogenen Diät bin, lade ich alle 6-8 Tage mit trockenen und schnellen Kohlenhydraten im Verhältnis 4:1.
    Derzeit sieht mein Ernährungsplan wie folgt aus:

    Der Ernährungsplan von Maurice Laaß

    Wer sind deine Fitness-Vorbilder?

    Sadik Hadzovic. Meiner Meinung nach hat er schon längst den Mr.Olympia-Titel verdient! Er hat die schönste Ästhetik und die beste Ausstrahlung.

    Wenn du noch einmal ganz von vorne mit dem Krafttraining anfangen müsstest: Was würdest du ändern?

    Man lernt durch Fehler. Nur dadurch, dass ich Fehler in der Ernährung und auch im Training gemacht habe, konnte ich mich selber optimal kennenlernen und weiß nun, wie mein Körper funktioniert:
    Ich weiß, wie ich am effektivsten Fett abbauen und möglichst viel Muskelmasse beibehalten kann.
    Ich weiß, auf welche Kohlenhydrate ich am besten reagiere beim Laden. Ich würde alles nochmal genauso machen, außer die Ausführungen.
    Ich würde von Beginn an sauber trainieren, Qualität vor Quantität.

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    Wir bedanken uns sehr herzlich bei Maurice für das starke Interview und wünschen ihm neben bester Gesundheit auch weiterhin viel Glück und Erfolg in der Men’s Physique-Klasse!

    Ihr wollt mehr über Maurice Laaß erfahren? Checkt seine Facebookseite und sein Instagram-Profil!

    Photo Credit: J. Thiede, Vivian Michelle Hruby

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