Vitamin D-Mangel: So besiegst du die Volkskrankheit

Ein Vitamin D-Mangel zählt zu den häufigsten und gleichzeitig am einfachsten zu bekämpfenden Mangelzuständen in Deutschland. Wie ein Vitamin D-Mangel überhaupt entsteht, wann man merkt, ob man betroffen ist, und was man schlussendlich dagegen tun kann – das alles und mehr erfahrt ihr in unserem Leitfaden zum Thema Vitamin D!

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Wer schon einmal an einer viel befahrenen Kreuzung stehen bleiben musste, weil die Ampel ausgefallen war, weiß: Ohne ein kontrolliertes Signalsystem herrscht schnell großes Chaos.
Was für den Straßenverkehr gilt, lässt sich auch auf den menschlichen Körper übertragen: Hormone fungieren als Signalgeber in unserem Organismus – gibt es zu viele oder zu wenige von ihnen, laufen Stoffwechselprozesse schief.
Vitamin D spielt als “Verkehrspolizist” in unserem Körper dabei eine entscheidende Rolle. Was für umfangreiche Folgen ein Vitamin D-Mangel haben kann und wie groß die “Kreuzung” in unserem Körper ist, die es zu steuern gilt, das zeigen wir euch heute.

Überblick

Vitamin D: Ein kurzer Überblick

Schon bei der Namensgebung stolpern wir über die ersten Probleme: Unter dem Begriff Vitamin D wird eine bestimmte Gruppe fettlöslicher Vitamine mit ähnlichen Eigenschaften zusammengefasst. Vitamine können dabei, per Definition, vom Körper nicht selbst hergestellt werden [1] – Vitamin D dagegen schon!
Vitamin D ist im engeren Sinne damit also kein klassisches “Vitamin”, sondern viel mehr ein (Pro-)Hormon, wie diese tolle Übersicht aus dem European Heart Journal [2] zeigt:

Vitamin D-Synthese: Diese Weg gibt es

Schön hierbei zu sehen: Einer der beiden Wege der Vitamin D-Versorgung kann durch unseren Körper selbst erfolgen! Alles was dazu benötigt wird: Eine Vorstufe der fettähnlichen Substanz Cholesterin (7-DeHydroCholesterin, kurz: 7-DHC) – die von unserem Körper ebenfalls selbst hergestellt und in der Haut eingelagert wird – und Sonnenlicht in Form von UVB-Strahlung. Mit Hilfe dieser beiden Bausteine ist es unserem Körper möglich, Vitamin D3 selbständig zu bilden.
Der andere Weg der Versorgung führt über die Ernährung. Auf diesem Wege ist sowohl eine Zufuhr von Vitamin D3 als auch D2 möglich. Beide Vitamin D-Formen werden schlussendlich in der Leber zur biologisch aktiven Form des Vitamin D, 25-(OH) D, umgewandelt.
Welcher Weg dabei der vielversprechendere ist, werden wir später sehen.

Vitamin D ist eher ein Hormon als ein Vitamin und kann vom Körper unter bestimmten Voraussetzungen selbst hergestellt werden!

Welche Werte drücken einen Vitamin D-Mangel aus?

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Der entscheidende Messwert zur Bestimmung, ob ein Vitamin D-Mangel vorliegt oder nicht, ist also das 25-(OH) D. Durch einen Vitamin D-Test können die entsprechenden Werte der für uns am interessantesten Form 25-(OH) D ermittelt werden. Um seinen Vitamin D-Spiegel bestimmen zu lassen, hilft eine Analyse der Blutwerte, zum Beispiel durch den Hausarzt. Hierbei gilt folgende Einstufung, die sich an der umfangreichen Arbeit zum Thema Vitamin D durch MF Holick, M.D., Ph. D. orientiert [3]:

Skala der Vitamin D-Werte
Quelle: www.praxis-bismarckplatz.de

Ein optimaler Vitamin D-Spiegel bewegt sich zwischen 30-90 ng/ml

Die wahre Ursache für einen Vitamin D-Mangel

Vitamin D ist also so wichtig, dass unser Organismus es neben der Aufnahme durch die Nahrung selbständig herstellen kann, da er täglich eine bestimmte Menge dieses Prohormons benötigt. Wie kann es da sein, dass trotz dieser „Absicherungsmaßnahme“ unseres Körpers gut 43% der deutschen Bevölkerung während der Herbst- und Wintermonate mindestens einen leichten Vitamin D-Mangel aufweist [4] – ein Ergebnis, dass in einer 2014 publizierten Studie erneut bestätigt wurde [5]?
Die Erklärung liefert eine bereits im Jahr 1988 veröffentliche Studie von MF Holick et al., die zu dem Ergebnis kam, dass die geographische Lage einen entscheidenden Faktor für die Möglichkeit unseres Körpers, Vitamin D herzustellen, darstellt:
Nördlich des 40. Breitengrades findet keine Vitamin D-Bildung zwischen den Monaten Oktober und März statt [6]. Da Deutschland geographisch zwischen dem 47. und dem 56. Breitengrad liegt, ist es uns – bedingt durch unseren hiesigen Lebensraum – schlicht und ergreifend unmöglich, in den Herbst- und Wintermonaten Vitamin D zu bilden.
Eine Begründung dafür, wieso das so ist, liefert uns die Physik:

„Die Vitamin D-Bildung in der Haut findet nur bei […] UV-B-Licht [statt]. Der Anteil dieses Wellenlängenbereichs in der Sonnenstrahlung auf der Erdoberfläche hängt stark von der Filterwirkung der Erdatmosphäre ab: je länger der Weg des Sonnenlichts durch die Atmosphäre ist, […] desto mehr UV-B-Licht wird herausgefiltert. Aus diesem Grund nimmt die UV-B-Strahlung auf der Erde mit zunehmendem Breitengrad ab.“ [7]

Das heißt für uns: Die Sonne steht in den dunklen Monaten so ungünstig zur geographischen Position Deutschlands, dass das zur Synthese benötigte Licht in der Atmosphäre herausgefiltert wird. Wer im Winter also einen Sonntagsspaziergang an der Sonne macht, darf sich davon leider keinerlei Auswirkung auf seinen Vitamin D-Spiegel erhoffen.

Vitamin D-Mangel: Ein Lifestyle-Phänomen

“Gut“, könnte man nun argumentieren, „dann ist das im Winter nun mal so, aber im Sommer passt das ja dann sicher!“.
Weit gefehlt: Während etwa 43% der Deutschen in der Herbst-Winter-Periode mit einem Vitamin D-Mangel zu kämpfen haben, sinkt der Anteil während der Frühlings- und Sommermonate auf immer noch gut 38% [8]. Wie lässt es sich erklären, dass unser Tagesbedarf an Vitamin D oftmals selbst im Sommer nicht richtig gedeckt ist?
Schaut man sich unseren heutigen Lebensstil an, so stellen wir fest, dass wir im Vergleich zu unseren Vorfahren deutlicher weniger outdoor unterwegs sind und dafür deutlich mehr Zeit indoor verbringen:
PC und Fernsehen fesseln uns selbst im frühen Alter schon an die heimischen vier Wände, wir lernen in großen Schulgebäuden, zwängen uns in Hörsäle und sitzen am Ende den lieben langen Tag im Büro. Wenn Menschen mit einem regulären Job – das Wochenende einmal ausgenommen – mit der Sonne überhaupt noch in Kontakt kommen, dann meistens vor 8-9Uhr morgens bzw. nach 17-18Uhr abends. Die Problematik damit dokumentiert folgende Grafik, die einer indischen Studie entstammt [9]:

Vitamin D Bildung im Tagesverlauf

Nun ist Deutschland nicht Indien. Wir sehen aber: Die Rate, in der die Cholesterinvorstufe 7-DHC in Vitamin D umgewandelt wird, ist abhängig von der Tageszeit der Sonnenexposition! Abstrahiert man dieses Beispiel Indiens nun vorsichtig auf Deutschland, so zeigt sich, dass während der Zeitfenster, in der wir die Sonne zu Gesicht bekommen, häufig so gut wie keine Umwandlung stattfinden kann, da die Strahlungsintensität noch nicht bzw. nicht mehr ausreichend ist.
Es ließe sich nun berechtigterweise die Frage stellen, warum diese heute bestens dokumentierten, physikalischen Zusammenhänge nicht besser bekannt sind. Die Antwort ist so einfach wie ernüchternd: Sonnenlicht kann man nicht kaufen! Wozu über etwas informieren, womit sich kein Profit erzielen lässt, wenn sich mit der Behandlung von daraus resultierenden Mangelzuständen gutes Geld verdienen lässt?

Die Ursachen für einen Vitamin D-Mangel sind unsere geographische Lage sowie unser heutiger Lebensstil

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Welche Vitamin D-Quellen gibt es?

Sich zum richtigen Zeitpunkt ausreichend lange an der Sonne aufzuhalten ist eine Möglichkeit der Vitamin D-Versorgung. Wer einen Vitamin D-Mangel vermeiden möchte, der kann eine adäquate Zufuhr jedoch noch auf einem anderen Weg gewährleisten: über die tägliche Ernährung. Vitamin D-reiche Lebensmittel können eine potentielle Quelle für die tägliche Versorgung mit Vitamin D sein – es gilt nur, diese auch zu kennen.
In welchen Lebensmitteln der Anteil wie hoch ist, zeigt daher unsere Übersicht (entnommen aus der bereits zitierten Arbeit von MF Holick):


NahrungsmittelVitamin D3-Gehalt / 100g
Wildlachs600-1.000 IU
Zuchtlachs100-250 IU
Sardinen (aus der Dose)ca. 300 IU
Makrele (aus der Dose)ca. 250 IU
Thunfisch (aus der Dose)ca. 230 IU
Shiitake Pilzeca. 100 IU
Eigelbca. 20 IU

Zum Vergleich: Wer sich – in Abhängigkeit zu seinem Hauttyp – während intensiver Sonneneinstrahlung bis zu einem ersten, leichten Röten der Haut bräunt, regt seinen Körper zur Synthese von bis zu 20.000 IU (Vitamin D-Maßeinheit: International Units) an, oftmals in weniger als 30 Minuten [10].
Bevor wir uns nun dem optimalen Vitamin D-Spiegel zuwenden, schauen wir uns jedoch zuerst einmal an, woran man merkt, ob man eventuell unter einem Vitamin D-Mangel leiden könnte.

Symptome für einen Vitamin D-Mangel

Ob man an einem zu wenig des “Sonnenvitamins” leidet oder nicht, lässt sich im Idealfall durch ein Blutbild bestimmen. Indikatoren dafür, dass etwas mit dem eigenen Spiegel jedoch nicht stimmen und man gegebenenfalls unter einem Vitamin D-Mangel leiden könnte, gibt es allerdings zu Genüge:
Charakteristisch für einen Vitamin D-Mangel ist häufig eine generelle Müdigkeit und Antriebslosigkeit. Da ein Vitamin D-Mangel in vielen Fällen mit einer Unterfunktion der Schilddrüse korreliert [11] und die Schilddrüse die Energiekraftwerke unserer Zellen, die Mitochondrien, zum arbeiten anregt, lässt sich hier schnell eine gedankliche Brücke schlagen.
Zu diesen Gefühlen gesellt sich bei einem entsprechenden Mangel häufig eine depressive Grundstimmung dazu. Wer kennt das nicht: Kaum kommt im Frühling und Sommer die Sonne hervor, scheinen alle Leute bessere Laune zu haben! Dieses Phänomen ist sogar wissenschaftlich dokumentiert: In einer brandaktuellen, koreanischen Studie aus dem Jahr 2016 konnte dokumentiert werden, dass Menschen mit einem diagnostizierten Vitamin D-Mangel deutlich häufiger Anzeichen von Depression zeigen als Menschen, die unter keinem Mangel leiden. Übrigens: Je höher der Cholesterinspiegel stieg, umso geringer wurden die Beschwerden [12]…wer errät den Zusammenhang?!
Weitere charakteristische Symptome für einen möglichen Vitamin D-Mangel finden sich zudem vor allem auf Ebene der Knochengesundheit. Entsprechende Erkrankungen wie etwa eine Osteoporose – also ein Brüchig oder Porös werden der Knochen (= altgr. ostéon) – sind dabei besonders heimtückisch, da man sie oftmals erst bemerkt, wenn es zu spät ist. Der klassische Therapieansatz: Calcium und Vitamin D [13].

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Müdigkeit, Abgeschlagenheit und schlechte Laune können auf einen Vitamin D-Mangel hindeuten

Für wen ist Vitamin D besonders wichtig?

Säuglinge zählen u.a. laut Einschätzung des Bundesministeriums für Ernährung zu einer “Risikogruppe einer Unterversorgung an Vitamin D” [14]. Damit Neugeborene mit gesunden Knochen ins Leben starten können und nicht unter einer Vitamin D-Mangel basierten Erkrankung wie einer Rachitis zu leiden haben, lautet eine gängige, unter anderem von der Deutschen Gesellschaft für Kinder und Jugendmedizin (DGKJ) gestützte Empfehlung:

“Für alle Säuglinge in Deutschland wird zusätzlich zur Vitamin D-Zufuhr mit Muttermilch oder Säuglingsnahrung eine orale Supplementierung mit 400-500 [IU-]Einheiten Vitamin D3 pro Tag [empfohlen]” [15]

Für Säuglinge und Neugeborene wird, mit Verweis auf die Knochenentwicklung, von offizieller Stelle eine zusätzliche Vitamin D-Zufuhr also deutlich empfohlen. Ein wenig erstaunlich ist es da, dass es keine gleichlautenden Empfehlungen für Heranwachsende oder Erwachsene gibt, obwohl “eine Optimierung der Knochenmineralisierung in der Adoleszenz und im jungen Erwachsenalter […] zur Vorbeugung einer Osteoporose im späteren Leben beitragen [kann]”, wie es aus derselben Quelle heißt.

Kleinkind in der Sonne mit Muskelpose

Das Bundesinstitut für Risikobewertung äußert sich dazu wie folgt:

“Bei der Mehrheit der Bevölkerung liegt kein Vitamin D-Mangel vor. Jedoch erreichen fast 60 Prozent der Bundesbürger die wünschenswerte Blutkonzentration des Markers 25-
Hydroxyvitamin D von 50 Nanomol pro Liter nicht. Das heißt, dass ein großer Anteil der Bevölkerung das präventive Potenzial von Vitamin D für die Knochengesundheit nicht ausnutzt und somit nicht ausreichend versorgt ist.” [16]

Es liegt also kein Mangel vor, aber wir sind unterversorgt – klingt ein wenig widersprüchlich? Finden wir auch.

Wie wichtig ist Vitamin D für erfolgreiches Krafttraining?

Gerade für Sportlerinnen und Sportler im Krafttraining kann Vitamin D noch einen weiteren Zusatznutzen bergen:
Mittlerweile dokumentieren diverse Studien einen positiven Zusammenhang zwischen einem Anstieg des Vitamin D-Spiegels und dem für Muskelaufbau so wichtigen Hormon Testosteron. Dieser Zusammehang fand sich sowohl in Studien, welche die Hormonniveaus von Männern isoliert betrachteten [17], [18] als auch in Studien, in denen gezielt mit Dosen in Höhe von gut 3.000 IU täglich über ein Jahr supplementiert wurde [19].
Die Quintessenz: Männer, die unter einem Vitamin D-Mangel leiden, haben häufig auch niedrige Testosteronwerte und sind damit in ihrem Muskelaufbaupotential beschränkt. Durch ein Anheben des Spiegels – ob durch die Ernährung, mehr Sonnenexposition oder Supplementierung – kann zusätzlich ein Anstieg des Testosteronspiegels erreicht werden. Von einem zusätzlichen Testosteronschub, sollte kein Vitamin D-Mangel vorliegen, ist jedoch nicht auszugehen.
Explizit für Sportler interessant: Eine aktuelle Studie aus dem Bereich der Molekularforschung bescheinigt Vitamin D eine verstärkende Wirkung auf die anabolen Faktoren Leucin und Insulin. Sowohl das für Muskelaufbau wichtige Protein Leucin als auch das Hormon Insulin scheinen durch Vitamin D positiv beeinflusst zu werden und mit dessen Hilfe wirkungsvoller arbeiten zu können [20].

Obwohl ein Vitamin D-Mangel besonders für Schwangere und Säuglinge ein Thema ist, profitieren am Ende alle Menschen – besonders auch Sportler – von einem ausreichend hohen Spiegel an Vitamin D!

Die Lösung bei einem Vitamin D-Mangel

Ein Vitamin D-Mangel kann sich negativ auf die eigene Lebensqualität auswirken und ernstzunehmende Spätfolgen für die eigene Gesundheit bergen. Leider sind die offiziellen Informationen zu diesem Thema widersprüchlich und die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen, außer für Neugeborene, im Regelfall keinerlei Kosten für eine Supplementierung mit Vitamin D [21]. Welche Lösungen gibt es?
Prinzipiell lässt sich die eigene Vitamin D-Versorgung über die Ernährung sicherstellen – prinzipiell. Es ist jedoch davon auszugehen, dass sich in den meisten Fällen lediglich 10-20% des täglichen Bedarfs über die Ernährung gewinnen lassen [22], da der Vitamin D-Gehalt der meisten Lebensmittel sehr gering ist. Eine Ausnahme können hier Menschen bilden, die regelmäßig und in größeren Mengen frischen Fisch essen (siehe obige Tabelle).

Lachs: Ein gutes Nahrungsmittel gegen einen Vitamin D-Mangel

Eine zweite Möglichkeit ist ausreichendes Sonnen, zur richtigen Zeit und mit der richtigen Kleidung. Wer jedoch etwa mit einem Hemd aus dichter Baumwolle spazieren geht, blockiert die Vitamin D-Bildung dabei nahezu komplett [23]. Als Leitregel gilt: Je mehr Körperoberfläche direkt mit der Sonne in Berührung kommt, umso mehr Vitamin D kann gebildet werden.
Eine dritte Option kann die Supplementierung mit einem speziellen Vitamin D-Präparat sein. Entsprechende Tabletten und Kapseln ermöglichen dabei die gezielte und kontrollierbare Zufuhr und richten sich besonders an Menschen, die sich dauerhaft vor einem Vitamin D-Mangel schützen wollen.

Wie wichtig oder notwendig ist eine Supplementierung?

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Die aktuelle Forschung gibt als empfohlene Tagesdosis mindestens einen Wert von 800-1000 IU an [24], [25], erstrebenswerte Vitamin D-Spiegel mit positiven Auswirkungen auf die Gesundheit seien mit einer niedrigeren Dosierung in Höhe von 200-600 IU täglich nicht zu erwarten [26].
Wie diese Werte nun erreicht werden, das bleibt einem Jeden selbst überlassen:
Um die empfohlene Mindestmenge an Vitamin D über die Ernährung zuzuführen, müsste man so gut wie täglich frischen Fisch essen:
100-150g Wildlachs, 300g Sardinen oder 400g Thunfisch sollen euch als Hausnummer dienen, wie viel Fisch ihr pro Tag essen müsstet – mindestens. Wer nicht täglich Fisch essen möchte, für den bieten sich zum Beispiel Eier an. Hiervon müssten es täglich “lediglich” 40-50 Stück sein. Ganz einfach ist der Weg über die Ernährung also nicht, ebenso haben es zum Beispiel Veganer hierbei deutlich schwerer als etwa Paleo-Anhänger.
Als Alternative bietet es sich an, zumindest in den Monaten April bis September so oft es geht die Sonne auszunutzen – dies kann leichte Defizite, die durch die Ernährung entstehen, ausgleichen.
Wichtig zu beachten: Idealerweise eine Tageszeit mit starker Strahlungsintensität wählen (z.B. Mittagsstunde) und der Sonne möglichst viel unbekleidete Körperfläche bieten. Dieser Punkt ist nicht zu unterschätzen: In Länder wie den Vereinigten Arabischen Emiraten, wo traditionell viel Kleidung als Hitzeschutz getragen wird, leiden laut Studienlage 35-50% der Menschen unter einem massiven Vitamin D-Mangel [27].

Mann in der Sonne am Bräunen

Wer sich gänzlich absichern will, keinen Fisch isst und berufsbedingt kaum an die Sonne kommt, kann auf Vitamin D-Präparate zurückgreifen. Wie viel und in welcher Menge diese eingenommen werden sollten, hängt dabei – wie wir gesehen haben – immer auch ein wenig von den persönlichen Lebensumständen und der Jahreszeit ab. Im Sommer kann, unter besagten Umständen, eine Dosierung von 1000 IU pro Tag ein Ansatz sein, im Winter könnte die Dosis ein wenig höher gewählt werden:
Da 95% der Bevölkerung täglich 1700 IU benötigt, um optimale Vitamin D-Werte zu erreichen [28], selbst eine dauerhafte Einnahme von 3.-5.000 IU nicht zu Nebenwirkungen bei erwachsenen Männern führt [29] und unser Organismus im Hochsommer bis zu 20.000 IU in weniger als 30 Minuten synthetisieren kann, wäre eine entsprechende Herangehensweise durchaus denkbar.

Die wichtigsten Vitamin D-Fakten

  • Vitamin D ist eigentlich ein Hormon und essentiell für verschiedenste Stoffwechselprozesse
  • Die tägliche Vitamin D-Zufuhr kann über die Nahrung, (zu bestimmten Tages- und Jahreszeiten) die Sonne sowie über Supplements erfolgen
  • Um einen idealen Vitamin D-Spiegel zu erreichen, ist eine tägliche Zufuhr von mindestens 800-1000 IU und in vielen Fällen eher mehr nötig. Im Optimalfall wird dies mit einem regelmäßigen Blutbild kontrolliert
  • Ob eine Supplementierung von Vitamin D notwendig ist, richtet sich einzig und allein nach dem persönlichen Lifestyle (Ernährung + Zeit an der Sonne)
  • Für ambitionierte Kraftsportler können die Effekte zum Beispiel auf den Testosteronspiegel einen gewichtigen Grund darstellen, ihre Ernährung entsprechend anzupassen

Quellen:
[1] Oxford Dictionaries, “Vitamin”: http://www.oxforddictionaries.com/definition/english/vitamin
[2] “Vitamin D and cardiovascular disease: is the evidence solid?”. I Al Mheid et al. European Heart Journal, 2013.
[3] “Vitamin D Deficiency”. MF Holick. The New England Journal of Medicine, 2007.
[4] “Vitamin D status and health correlates among German adults”. B Hintzpeter et al. European Journal of Clinical Nutrition, 2008.
[5] “Influence of external, intrinsic and individual behaviour variables on serum 25(OH)D in a German survey”. K Richter et al. Journal of Photochemistry and Photobiology, 2014.
[6] “Influence of season and latitude on the cutaneous synthesis of vitamin D3: exposure to winter sunlight in Boston and Edmonton will not promote vitamin D3 synthesis in human skin”. AR Webb et al. The journal of clinical endocrinology and metabolism, 1988.
[7] “Calcium plus Vitamin D: Schlüsselrolle in der Osteoporosebehandlung”. JD Ringe, S. 31.
[8] “Vitamin D status and health correlates among German adults”. B Hintzpeter et al. European Journal of Clinical Nutrition, 2008.
[9] “Vitamin D status and sun exposure in India”. CV Harinarayan et al. Dermatoendocinology, 2013.
[10] “Vitamin D Deficiency”. MF Holick. The New England Journal of Medicine, 2007.
[11] “The association between severity of vitamin D deficiency and Hashimoto’s thyroiditis”. NC Bozkurt et al. Endocrine practice, 2013.
[12] “Association of serum 25-hydroxyvitamin D and serum total cholesterol with depressive symptoms in Korean adults: the Fifth Korean National Health and Nutrition Examination Survey (KNHANES V, 2010-2012)”. SH Lee et al. Public health nutrition, 2016.
[13] “The use of calcium and vitamin D in the management of osteoporosis”. JA Sunyecz. Therapeutical and clinical risk management, 2008.
[14] “Warum brauchen Säuglinge zusätzlich Vitamin D?”. Gesund ins Leben, 2013.
[15] “Vitamin D-Versorgung im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter”. HJ Böhles et al. Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V., 2011.
[17] “Association of vitamin D status with serum androgen levels in men”. E Wehr et al. Clinical endocrinology, 2010.
[18] “Association between plasma 25-OH vitamin D and testosterone levels in men”. K Nimptsch et al. Clinical endocrinology, 2012.
[19] “Effect of vitamin D supplementation on testosterone levels in men”. S Pilz et al. Hormone and metabolic research, 2011.
[20] “1,25(OH)2-vitamin D3 enhances the stimulating effect of leucine and insulin on protein synthesis rate through Akt/PKB and mTOR mediated pathways in murine C2C12 skeletal myotubes”. J Salles et al. Molecular nutrition & food research, 2013.
[21] “Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin D”. Gemeinsame FAQ des BfR, der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) und des
Max Rubner-Instituts (MRI), 2014.
[22] “Vitamin D-Versorgung im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter”. HJ Böhles et al. Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V., 2011.
[23] “Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin D”. Gemeinsame FAQ des BfR, der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) und des
Max Rubner-Instituts (MRI), 2014.
[24] “Clothing prevents ultraviolet-B radiation-dependent photosynthesis of vitamin D3″. LY Matsuoka et al. The journal of clinical endocrinology and metabolism, 1992.
[25] “Vitamin D Deficiency”. MF Holick. The New England Journal of Medicine, 2007.
[26] “Estimation of optimal serum concentrations of 25-hydroxyvitamin D for multiple health outcomes”. HA Bischoff-Ferrari et al. The american journal of clinical nutrition, 2006.
[27] “Low 25-hydroxyvitamin D and normal serum calcium concentrations in Saudi Arabia: Riyadh region”. SH Sedrani. Annals of nutrition & metabolism, 1984.
[28] “The urgent need to recommend an intake of vitamin D that is effective”. R Vieth et al. The american journal of clinical nutrition, 2007.
[29] “Human serum 25-hydroxycholecalciferol response to extended oral dosing with cholecalciferol”. RP Heaney et al. The american journal of clinical nutrition, 2003.

Bildquelle: Söki (Flickr, CC BY-ND 2.0), Sherif Salama (Flickr, CC BY 2.0), Jan Sokoly (Flickr, CC BY-SA 2.0), DES7ROYER (Flickr, CC BY-ND 2.0)

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Comments

  1. Sehr guter Artikel über diesen sehr verbreiteten Mangel. Der Text gibt einen guten Überblick über das Thema und weist eine Menge hochwertige Quellen auf.
    Die meisten Leute werden in unserer Gesellschaft heutzutage wohl nicht um eine Supplementierung mit einem hochwertigen Vitamin-D Präparat herum kommen, wenn sie ihren Spiegel auf einem gesunden Niveau halten wollen. Insbesondere im Winter sind die nötigen Sonnenstunden ja gar nicht zu bekommen.

    • admin says:

      Hallo Jahn,

      vielen herzlichen Dank für Dein Feedback!
      In der Tat scheint es sich beim Thema Vitamin D-Mangel – auch unserer Meinung nach – um ein weit verbreitetes Phänomen zu handeln. Unglücklicherweise leiden dadurch täglich viel zu viele Menschen unter Symptomen, die sie eigentlich gar nicht haben müssten!
      Welchen Weg man nun einschlägt, um diesem Problem zu begegnen, das darf natürlich jeder selbst entscheiden. Uns war es in erster Linie wichtig, auf die Thematik hinzuweisen und mögliche, wirkungsvolle Lösungswege aufzuzeigen, wobei natürlich – gerade im Winter – eine Supplementierung eine praktische und vergleichsweise kostenschonende Möglichkeit sein kann.

      Besten Gruß
      Dein Team von german-aesthetics

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