Proteinriegel-Vergleich: 4 Kraft-Snacks im Test

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So hart und qualvoll eine Diät für viele Sportler sein mag, so rosig sind doch die Aussichten auf die bevorstehende Massephase in ihrem Krafttraining, in der süße Verlockungen wie Müsli- und Proteinriegel erlaubt sind. Doch Vorsicht: Wer hier allzu zügellos zulangt, sieht nicht nur die Muskeln wachsen, sondern die Fettschichten gleich mit.
Besonders gefährlich: Kleine, unscheinbare Kalorienbomben. Als sportgerechter Snack und ideale Zwischenmahlzeit angepriesen, haben es viele Proteinriegel in sich. Worauf man beim Kauf eines guten Proteinriegels achten und von welchen Produkten man lieber die Finger lassen sollte, darüber klärt german-aesthetics in seinem Proteinriegel-Vergleich auf!

Was einen guten Proteinriegel ausmacht

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Die Testkandidaten treten in mehreren Kategorien gegeneinander an:

Kalorienbilanz

Der Hauptbestandteil eines Proteinriegels sollte Eiweiß sein, dennoch ist ein gewisser Kohlenhydratanteil nicht zwingend verkehrt. Gerade nach dem Krafttraining ist eine Kombination aus Proteinen und Kohlenhydraten sinnvoll, weswegen ein guter Proteinriegel nicht frei von ihnen sein muss. Aber Achtung: Ein Übermaß an Kohlenhydraten kann schnell für einen Berg an Kalorien sorgen, der aus einer Zwischen- schnell eine halbe Hauptmahlzeit werden lässt.

Eiweißanteil

Da ein Proteinriegel den Körper in erster Linie mit Eiweiß versorgen soll, ist es natürlich zuerst einmal interessant herauszufinden, wie hoch der Eiweißanteil in den jeweiligen Produkten eigentlich ist. Im Idealfall deckt ein Proteinriegel einen Großteil des Eiweißbedarfs eines Sportlers zwischen den Mahlzeiten ab, ein hoher Wert von rund 20g Eiweiß wäre hier also ein erstes Indiz für einen hochwertigen Riegel.
Ein zweiter Faktor ist die Eiweißquelle selbst: Milcheiweiß ist hierbei gegenüber Sojaprotein zu bevorzugen, da es eine höhere Bioverfügbarkeit aufweist – ein generelles Problem von pflanzlichen Proteinquellen.

Zuckergehalt

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Zucker ist billig und daher eines der Lieblingskinder der Lebensmittelindustrie. In einem Proteinriegel hat Zucker aus zwei Gründen allerdings wenig verloren: Zum einen treibt es die Kalorien der so oft als sportgerecht angepriesenen Zwischenmahlzeit in die Höhe, wodurch sie die Kalorienbilanz über den Tag schnell durcheinander bringen können, und zum anderen kann das „weiße Gold“ recht schnell für einen wachsenden Körperfettanteil sorgen, der Grund: ein rapide ansteigender Blutzuckerspiegel sorgt für einen verstärkten Insulin-Ausstoß, wodurch mehr Nährstoffe ins Innere der Zellen gelangen und sich Fette somit verstärkt anhäufen können. Da die körpereigene Fettverbrennung zudem durch Insulin gehemmt wird, ist man während dieser Zeit sogar doppelt zunehmgefährdet.

Fettanteil

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In unserer Nahrung enthaltenes Fett ist per se kein Problem – der Mensch benötigt sogar eine gewisse regelmäßige Fettzufuhr, damit unser Organismus und seine Stoffwechselprozesse reibungslos ablaufen können. Kritisch wird es dagegen, wenn wir zu viele gesättigte Fettsäuren zu uns nehmen oder wenn Fett in Kombination mit Zucker auftritt. Je weniger Fett ein Proteinriegel also enthält, desto besser für unseren Vergleich.

Die Proteinriegel-Testkandidaten

Für unseren Test haben wir uns einige handelsübliche Proteinriegel herausgesucht und sie miteinander verglichen:

    Protein Plus von PowerBar
    High Protein Bar von Champ
    Sportness Eiweiß von dm
    Professional Eiweiß Riegel von Power System

Die Proteinriegel auf dem Prüfstand

Unsere Tabelle enthüllt, welche Nährstoffe die einzelnen Proteinriegel enthalten und wie sie im Vergleich abschneiden:

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PowerBarChampdmPower System
kcal/Riegel213142180180
Eiweißanteil16,9g20g14g16g
Kohlenhydrate24,3g14g21g18g
davon Zucker19g1,4g13g10g
Fettanteil5,5g3,1g4,7g5,4g

Die Proteinriegel in der Analyse

Proteinriegel haben ihre Licht- und Schattenseiten, beide sollten dabei in einer ehrlichen Auseinandersetzung mit diesen Produkten diskutiert werden.
Positiv fällt zuerst einmal auf, dass ein Groß der getesteten Snacks tatsächlich einen hohen Eiweißanteil von 15g Eiweiß und mehr pro Riegel aufweist. Wo Proteinriegel draufsteht, ist also auch Proteinriegel drin. Der Kohlenhydratanteil ist bei den meisten Riegeln moderat und durch die Bank weg deutlich höher als der Fettanteil – ebenfalls ein erstes positives Zeichen. Zudem überzeugen einige der Testkandidaten sogar mit einem unerwartet guten Geschmack – wobei dies ein sehr subjektives Kriterium ist.
Leider gibt es aber auch negative Aspekte, die nicht unter den Tisch gekehrt werden dürfen. Die Auszeichnung der Eiweißquellen findet nicht überall statt – welche Eiweißquellen also tatsächlich in einem Proteinriegel landen, darüber schweigen viele Hersteller. Zudem sind, bis auf eine Ausnahme, viele Proteinriegel die reinsten Zuckerbomben. Ein Zuckeranteil von über 50%, in Einzelfällen sogar bis zu 80% der Kohlenhydrate ist hier die traurige Realität – schade, mindert dies doch die Qualität einiger Riegel deutlich. Zu oft sollte man Proteinriegel außerdem aus einem weiteren Grund nicht konsumieren: Einige Riegel enthalten den Hinweis, dass sie in größeren Mengen abführend wirken können.

Proteinriegel im Test: Unser Fazit

Wer alle Proteinsnacks über einen Kamm schert, der macht es sich zu einfach. Nicht nur, dass viele unserer Kandidaten tatsächlich mit einem hohen Eiweißanteil aufwarten können, es gibt sogar „Musterschüler“, die zudem sehr zuckerarm und damit tatsächlich sport- und figurgerecht produziert sind. Allzu häufig und in größeren Mengen sollte man Proteinriegel allerdings nicht konsumieren, da sie abseits der beschriebenen Nebenwirkungen im Hinblick auf die Kalorien auch schnell eine richtige Mahlzeit ersetzen können. Wer sich das Geld für die teilweise doch recht teuren Supps sparen möchte, der kann sich Eiweißriegel für zwischendurch selber machen, an sich sollte der Fokus von ambitionierten Athleten im Krafttraining allerdings darauf liegen, den eigenen Nährstoff- und Eiweißbedarf durch eine passende Ernährung über den Tag mit Hilfe von sportgerechten Mahlzeiten zu decken.

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